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Monte Agner, Pala, 2872m, N-Kante „Spigolo Nord“, 7-  (6- /A0); 39 SL

9/9/2021

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Schlüsselseillänge, 7
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Da geht’s los, im Valle di San Lucano
Nachdem wir jetzt ein paar Mal in der Pala beim Klettern waren, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Nordkante des Monte Agner aufs Programm kam. Als das Wetter stabil genug war, ging es noch am Abend ins Valle di San Lucano, wo wir am nächsten Morgen bereits um kurz nach Fünf auf sagenhaft niedrigen 808m loslegten. Mit Stirnlampen ging’s steil durch und neben einem Bachbett auf dem gut markierten Weg Richtung Bivacco Cozzolino, das etwas oberhalb des Einstiegs im Val di Mez liegt. 
Gestern Abend hatten wir nur ahnen können, wie hoch und drückend die Wände hier das Tal überragen, mit anbrechender Dämmerung wurde diese Ahnung bestätigt. Zwar meist nicht schwer zu klettern, aber 1600m Kantenhöhe bleiben halt zu überwinden und für die erst ganz oben daherkommende Schlüsselstelle braucht‘s auch noch Kraft. Am Wegweiser unter dem alten Zustieg zur Kante, einer unangenehmen, brüchigen Steilrinne, folgten wir leider dem Wegweiser „Spigolo Nord“, statt einfach weiter Richtung Biwak zu gehen. 
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Blick zur Agnerkante, der 3. Teil ist im Nebel
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Per Bruchrinne zum Einstieg
Dieser Weg führt fast direkt am Einstieg links neben einem markanten Spitz vorbei und wäre nicht nur leichter sondern auch schneller gewesen. Trotzdem waren wir in einer knappen Stunde am Einstieg (roter Pfeil) und richteten uns gemütlich her, denn es war immer noch recht dämmerig. Beim ersten Licht legten wir dann los, und da stellte sich schnell heraus, dass diese Tour mit Martin ein Rundumsorglospaket werden würde. Mit Zustiegsschuhen und am laufenden 40m-Seil rauschte er voraus durch die Kante. 
Bis auf die Schlüsselstelle alles am laufenden Seil, da geht natürlich was weiter. Ein frischer Felssturz im ersten Teil, die bekannten Latschen unter erster und zweiter Schulter, anfangs zwar trockener, aber doch recht grasiger Fels und jede Menge Müll an diversen Biwakmöglichkeiten (den Martin in den Rucksack stopfte und im Tal entsorgte) ließen uns schon an der Sinnhaftigkeit unseres Tuns zweifeln. Aber dann kam endlich die obere Hälfte, und da wird’s dann wirklich schön: bester Fels, Sonne und herrlich ausgesetzte Kletterei. 
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Einstiegszapfen, nicht zu verfehlen
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Los geht’s, und sogar trocken
Hier wechselte ich dann auf Kletterpatschen, Martin hatte erst gar keine dabei und kletterte auch die Schlüsselstelle zügig rotpunkt in Zustiegs-schuhen. Respekt! Nach genau 8 Stunden waren wir im Schutt- und Schrofenbereich der Gipfelabdachung angekommen und eine weitere ½ Stunde später durfte ich meinen Sohn am Gipfel umarmen. Es war ein fantastischer Spätsommertag, kaum Wolken und warm genug für eine N-Kante. 
Der Abstieg zog sich dann noch einmal, aber auch das ging vorüber und als die Kirchturmglocke von Frassenè 7 Uhr schlug (abends natürlich), schwang ich mich aufs dort tags zuvor deponierte Radl und kurbelte über Agordo zurück nach Col di Pra. Eine knappe Stunde später (und knapp 15 Stunden nach Aufbruch) war auch das erledigt und ich konnte mich wenigstens ein Bisschen bei meinem souveränen Vorsteiger revanchieren. Nach einer ordentlichen Brotzeit gings dann nachts noch rüber zum Misurinasee und am nächsten Tag zur Nordwand der Großen Zinne.
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Sehnsüchtiger Blick Richtung Fels
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Oh Mann …
Charakter: Relativ häufig begangener Pause-Klassiker, der von Gras, Fels, Latschen (weniger schlimm als beschrieben aber länger als befürchtet) bis zu Traumfels reicht. Insgesamt eine tolle Linie, die sicher mehr den Bergsteiger als den reinen Kletterer ansprechen wird. Alleine die Dimensionen sprechen für sich: 2070hm vom Tal zum Gipfel, 1600hm Kantenhöhe und Topos, die bis zu 39 SL auswerfen. 
Gute Zustiegsschuhe für die erste Hälfte und ein souveräner Seilpartner, dem es wurscht ist, ob er jetzt einen Kamin weiter links oder rechts klettert, ob jetzt ein Haken steckt oder nicht, beschleunigen das Ganze erheblich. Ich selbst hätte sicher ein Biwak oder spätestens die Biwakschachtel im Abstieg eingeplant, aber so konnten wir die ganze Tour (bis auf die Schlüsselseillänge) am laufenden Seil (bzw. seilfrei) zügig und mit leichtem Gepäck durchklettern. Viel Sonne scheint im September auch nicht mehr in die Wand, so dass pro Nase ein Liter Wasser üppig reichte.
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Biwakschweine on Tour; Martin hat’s ins Tal getragen.
Talort: Taibon, 629m (bei Agordo) und von dort ins Valle di San Lucano. Parkmöglichkeit kurz vor Pra, 805m, wo eine Forstweg links abzweigt und auf einer neuen Brücke den Tegnas überquert. Holzwegweiser „Bivacco Cozzolino & Spigolo Nord“.
Zustieg: Nach ein paar weiteren Forststraßenmetern rechts den rot-weißen, später auch gelben Markierung steil durch Wald und ein trockenes Flussbett unter die Wände folgen. 
Auf etwa 1200m links durch den Schutt queren (alter Wegweiser) und nun nicht direkt die Bröselrinne zum Einstieg neben dem schon sichtbaren Zapfen hochwursteln (alter Zustieg, Steigspuren), sondern weiter dem Weg zum Bivacco folgen und nach rechts zum Einstieg queren. Roter Pfeil am Fels, grasige Verschneidung. Ca. 1 Stunde. Das etwas höher gelegene Biwak bringt bei dem kurzen Zustieg rein gar nichts.
Wandhöhe: 1600hm
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Endlich essen!
Kletterlänge: ca. 1900m
Schwierigkeit: Meist im 4. und 5. Grad, aber auch einiges an Gehgelände; je nach Variante (wir nahmen nach dem mittleren Campingplatz bei Block und Lärche gleich den ersten Kamin, Stelle 6- und leichterer, aber sakrisch enger Ausstiegs-schrubber) etwas schwerer. Schlüsselstelle (wir kletterten den Riss, die Platte mit dem (Seilzug-) Quergang schaut fürchterlich aus) ca. 7-, die folgende Länge auch noch einmal 6-.
Erstbegeher: Die Signori Gilberti & Soravito am 29.08.1932
Material: Es stecken genug Haken verschiedener Qualität zur Orientierung, ggf. muss aber mobil nachgebessert werden (auch an den Ständen). Je ein Grundsortiment Friends (0,5-4) und Keile, 10 Expressen und ein paar Schlingen diverser Längen sollten am Gurt hängen. Ein Biwaksack, falls es doch länger dauert und ein paar Haken und ein Hammer schaden sicher auch nicht, die Stirnlampe ist vom nächtlichen Zustieg her eh im Gepäck. 
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Blick zur Pizzonscharte (Abstieg)
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Agordo - 2300m tiefer
Stöcke für den Abstieg sind sehr angenehm. Wir benutzten ein 40m-Vollseil und konnten so die ganze Tour mit regelmäßig eingebauten Seilbremsen in 10 Sektoren plus Schlüsselseillänge und seilfreie Bereiche klettern Dazu die übliche Alpinkletterausrüstung.
Topo/Route: Der Topoguide (https://www.topoguide.de/gratis-topos/dolomiten-klassiker/) bietet ein recht gutes Topo, auch auf Bergsteigen.com findet man einen ähnlichen Routenverlauf (https://www.bergsteigen.com/touren/klettern/monte-agner-nordkante-agnerkante/). Aufgrund der immer wieder steckenden Haken und der deutlichen Begehungsspuren problemlos zu finden. Mögliche Varianten sind in den Topos klar dargestellt.
Abstieg: Vom Gipfel südwestlich auf dem markierten Klettersteig zur Forcella del Pizzon; dort steht auf 2650m auch das Bivacco G. Biasin. Nun auf dem rot-weiß markierten und teilweise versicherten Sentiero del Canalone immer neben der Schlucht ins Kar und weiter zum Rifugio Scarpa, 1745m. Von dort auf einem Forstweg oder einem steileren Fußweg nach Frassenè, 1084m. Ob der Sessellift irgendwann mal läuft, weiß ich nicht. Am besten mit einem vorher dort deponierten Radl 16km (anfangs 500hm bergab) nach Agordo und wieder 230hm rauf zum Ausgangsunkt.
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Bivacco Biasin
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Am Ende der Südschlucht
Fazit: Eine stramme Tagestour, bei der man sich über die Gestaltung des Nachmittags keine Gedanken machen muss. Insgesamt kommen, wenn man ein Radl mit Wadlakku nutzt, fast 2300hm bergauf zusammen (und runter natürlich auch, aber knieschädlich sind dann nur 1800hm). Fast schon westalpine Dimensionen und ein gigantisches Gefühl, wenn man bei letzten Tageslicht wieder zurück am Ausgangspunkt eintrudelt und noch einmal rauf schaut zur Nordkante. Unvergesslich!
 
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Im letzten Tageslicht per Radl zurück zum Ausgangspunkt
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