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Heimgarten, Estergebirge, 1791m, N-Flanke „Zwergentanz“ WI4/M4, 7 SL

5/1/2021

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Die herrliche 3. SL
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Unten eisig, bald griffig
Eisgeklettert wurde am Heimgarten (v.a. hinter der Kaseralm) schon seit ewigen Zeiten, der Bereich hinter der Bärenfleckhütte dürfte aber relativ neu sein. Mittlerweile sind mindestens 7 Routen (meist Eis und mixed gemixt) mit 2-7 SL entstanden, die hier beschriebene gehört eher zu den leichteren. 700hm Zustieg sind zwar nicht gerade kurz, aber dafür bilden sich in diesem Eiskeller relativ früh im Jahr schöne Linien. Und wenn wirklich gar nichts geht, kann man am Illing gegenüber sonnseitig klettern gehen.
Bei dem herrlichen Wetter heute mit einer Nebelobergrenze auf 1300m verzichteten wir auf eine weitere Linie und stiegen zum Gipfel aus. Eine sonnig milde Gipfelstunde war’s wert. Außerdem war viel los in den verschiedenen Linien der N-Flanke, 20 Leute pickelten bestimmt rum und bevor man erschlagen wird … Unser Versuch mit Fatties und Bergschuhen auf der Straße abzufahren endete bald im Debakel. Mit den weichen Bergschuhen kriegt man die Teile einfach nicht auf die Kante und wenn man nicht gerade im tieferen Schnee fahren konnte (oben ging das noch), betrug der Bremsweg gefühlt 3 km.
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Ankunft unter der Flanke; Ziel ist der dickere, linkere Eisfall
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Seilfrei durch die 1. SL
Also kamen die Dinger bald wieder dahin, wo sie im Aufstieg waren, nämlich an den Rucksack. Ein Zipfelbob oder Schlitten wäre ideal gewesen. Danach ist man halt immer schlauer. Auf jeden Fall war’s ein schöner Familienausflug ins Eis. Vielen Dank den Erschließern. Endlich wieder!
Wandhöhe:
180 hm bis zum letzten Stand, weitere 120 hm bis zum Normalweg am NW-Grat und noch einmal 90 hm zum aussichtsreichen Gipfel. Bei schönem Wetter unbedingt empfehlenswert, dann wird’s eine runde Sache.
Kletterlänge:
7 Seillängen, 210m Kletterlänge
Schwierigkeit:
Kurz WI4 (3. SL) und M4 (7. SL), Rest gemütliches Eis-, Mixed- und Stapfgelände
Charakter
Sehr unterhaltsame Winterunternehmung, nie anhaltend schwer, in der schwierigeren Eislänge muss man aber trotzdem hinlangen. Oben raus eine gut gesicherte Mixedlänge, teils im Fels, teils im Gras. Die Route ist mit Klebe- und Expansionsbohrhaken an den Ständen und einigen BH in den dazwischen gut abgesichert (sogar in der schwierigeren Eislänge findet sich ein Silberling). Bei genug Schnee kann über die Forststraße mit dem Schlitten abgefahren werden.
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Rückblick auf die 1. SL
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Seilfrei weiter, der 2. Stand ist noch besetzt
Material:
Max. 3 Zwischen-BH, weitere Absicherung mit Eisschrauben. 6 Expressen, einige Bandschlingen, 4-6 Eisschrauben, 60m-Doppel-/Zwillingsseil. Klemmzeug nicht einsetzbar.
Zustieg:
Von Ohlstadt, Wanderparkplatz Heimgarten, etwa 730m
Zu Fuß, mit Schi oder, wenn’s nicht zu glatt ist, mit dem Radl zur Bärenfleckhütte, ca. 1270m. Verschiedene Möglichkeiten (vgl. AV-Karte BY9 „Estergebirge …“) So oder so etwa 1¼ bis 1½ Stunden.
Noch kurz weiter Richtung Heimgarten, bis man auf ca. 1340m vor einem niedrigen Jägerstand links ins breite Bachbett zwischen Heimgarten N-Flanke und Schwarzem Rain abbiegen kann. Wer über den Heimgarten aussteigen will, sollte hier sein überflüssiges Zeug deponieren. Der Einstieg befindet sich auf etwa 1400m unter zwei durch Überhänge und Eiszapfen getrennten Linksrampen etwas rechts unterhalb der markanten Eisstufe.
Erstbegeher:
Ludwig Karrasch, Ronja Hammerl und Benno Gerl, Ende Dezember 2018.
Route:
Gutes Topo (auch von zahlreichen anderen Routen da oben) auf der Facebook-Seite von Ludwig Karrasch.
1. SL: Über leichte Eisstelle gerade hinauf auf die obere Rampe, diese links zu Stand unter Überhang (40m, WI2, M2 oder Stapfen)
2. SL: Linkshaltend zur Eisstufe, über diese (kurz WI 3+) und links zu Stand oder die untere Eisstufe links umgehend (WI2, M2) zum gleichen Stand. (30m, max. WI3+). Am besten zusammenfassen oder gleich seilfrei.
3. SL: Rechts zur senkrechten Eisstufe. BH im linken Eisloch. Gerade hinaufpickeln, Stand am linken Rand der Rinne nach ein paar abschließenden flachen Metern. (25m, WI4)
4. SL: Gehgelände zu Stand unter Felsstufe rechts des nächsten, flacheren Eisfalls. (30m, stapfen)
5. SL: Am linken Eisrand hinauf (kurz WI3-) und entweder links hinauf zu Latschenstand oder gleich n der Rinne bleiben und in Rechtsschleife zum Stand beim Wandbuch unter dem abschließenden Mixedwandl. (50m, WI3-)
6. SL: Etwas rechts vom Stand über Grasstufe und links über Fels zu BH. Felsig weiter zum nächsten BH und in unterhaltsamer Graskletterei (BH) zur Abschlusslatsche. Über diese zum Stand. (35m, M4)
Abstieg:
Vom Ausstieg 4x abseilen (50m, 55m, 55m, 40m) oder, nachfolgende Seilschaften werden’s danken, links über ein leichtes Rinnensystem, oben teils auch lichte Latschen in etwa 30 Minuten zum Normalweg am NW-Grat, den man auf knapp 1700m erreicht. Noch kurz auf den Gipfel oder gleich über den markierten und fast immer autobahnähnlich ausgetretenen Wanderweg zurück zum Rucksackdepot und über den Zustiegsweg ins Tal. Auch die Rinne vom Wandbuch führt zum Normalweg, den man auf dieser Variante deutlich tiefer trifft.
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