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Grivola, Grajische Alpen, 3969m, SE-Wand, 3

24/8/2021

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3969m - auf dem Gipfel der Grivola
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Bestens beschildert; Start in Cretaz
Die Grivola ist nach dem Gran Paradiso die zweithöchste Erhebung in den Grajischen Alpen und besticht durch ihre steile Pyramidenform, trotzdem wird dieser schöne Berg kaum bestiegen. Wir trafen am Gipfeltag keine Menschenseele. Möchte gar nicht wissen, was zur selben Zeit am Paradiso los war. Warum das so ist? Der Grivola fehlen in paar Meter zum 4000er, bewirtschaftete Hütten sind Fehlanzeige oder liegen so, dass sie wenig bringen und der sogenannte Normalweg macht seinem Namen nicht viel Ehre:
eine 500m hohe, zerfurchte Felsflanke, steil, teils brüchig und nie ganz einfach. Aber eben auch keine richtige Klettertour. Mit Gegenanstiegen sind rund 2600hm zum Gipfel fällig, keine Seilbahn weit und breit und erleichtert wird das Ganze nur durch das hochgelegene Bivacco Gratton, auf das man auch schon 4-5 Stunden geht. Dafür trifft man auf große Steinbockherden und kann eine völlig unerschlossene Hochgebirgslandschaft genießen. Auch das Biwak ist nicht gerade überlaufen. Wir blieben eine zweite Nacht, da am Gipfeltag das Wetter in der Früh noch unentschieden war und wir erst relativ spät am Biwak loskamen. 
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Ungefährer Routenverlauf
Der weitere Abstieg ins Tal scheiterte dann einerseits an mangelnder Lust und andereseits an einem heftigen Gewitter, das vom Paradiso herüberzog. Als Alternative zur SO-Flanke bietet sich der Clochettesgrat (3-4) an, der aber in Teilen seit kurzem als riesige Felssturzmasse auf dem Trajozgletscher lieg. Schön, dass es solche Touren und solche Berge noch gibt.
Talort: Cretaz, 1499m im Vallon di Cogne
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Eine der vielen Almen
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Querung ins Vallone del Pousset, direkt auf den Pass zu
Stützpunk: Bivacco Gratton, 3217m, direkt am Col di Pousset; 1700hm, 4-5 Stunden.
Start an der Brücke über die Grand Eyvia in Cretaz (1530m, N45°36,871‘/E07°20,496‘). Sehr gut beschildert und markiert. Man muss nur dem sehr gut angelegten Weg bis zum Biwak folgen. Erst geht’s steil durch den lichten Lärchenwald zu den teils verfallenen Almen von Les Ors, 1944m. Die Bäume tragen lange Bartflechten und sind teilweise extrem knorrig. 
Vorbei an einer weiteren, verfallenen Almsiedlung quert der Weg bei Casotto Pousset (2286m, N45°36,560‘/E07°19,235‘) einen Rücken. Schöner Rastplatz mit Brunnen. Leicht fallend zieht der Steig hinein ins Vallone del Pousset. Hier lässt man den Wald unter sich und geht über Gletscherschliffplatten mit eingelagerten Wiesen, Bächen und Wasserfällen durch das gemütliche Tal zum vollständig verfallenen Hochleger von Pousset, 2529m. 
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Flurwüstung am Pousset Niederleger
Nun wird es wieder etwas steiler, der Weg bleibt aber gut. Die Punta Pousset, ein beliebter Wanderdreitausender, bleibt rechts liegen und der Weg quert Richtung Col di Pousset. Auf etwa 3000m verschwindet auch das Gras; durch Blockgelände erreicht man schließlich Pass und Biwak. Letztere sieht man erst, wenn man fast davor steht (3217m, N45°36,129‘/E07°17,342‘). Eine spärliche Quelle befindet sich etwa 100hm unterhalb (3110m, N45°36,157‘/E07°17,342‘), also besser gleich beim Aufstieg nutzen. Wir brauchten fast 30 Minuten für 4 Liter.​
Das Biwak vom Bergführerverband Cogne ist bis auf die Tür gut in Schuss und bietet maximal 9 Leuten Platz. Sitzgelegenheit oder Tisch gibt es keinen, Decken sind oben, den Rest muss man selbst herauftragen. Dafür reicht der Blick von den Grandes Jorasses bis zum Matterhorn. Laut Hüttenbuch sehr wenig Übernachtungen, bei den meisten Eintragungen handelt es sich um Tagesgäste, die nur zum Biwak und wieder zurück wandern oder die gletscherfreie Testa Rossa, 3630m noch mitnehmen. 
Netter Nachmittagsausflug, 45-60 Minuten über den NO-Rücken mit schöner Aussicht und vollständigem Überblick über die Route zur Grivola. Die Übernachtung ist kostenlos dort oben, eine Spendenbox gibt es leider nicht.
Route: Weiter den Steinmännern entlang Richtung SW und den gelben Markierungen folgen. Bald tauchen Ketten auf, die am Schluss sehr steil den Abstieg zum Trajozgletscher erleichtern. 
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Über den flachen Gletscher zum Couloir
Sie reichen gerade noch hinunter (3183m, N45°36,057‘/E07°17,103‘). Der steilste Abbruch ganz unten lässt sich auch gut abseilen (30m, v.a. in der Früh angenehmer). Nun in einem großen Linksbogen über den meist flachen Gletscher auf die SO-Flanke der Grivola zu, ein paar Spalten lassen sich leicht umgehen. Sollte der Gletscher verschneit sein, würde ich deshalb auf jeden Fall mit Seil gehen. Orientierungspunkt ist das große Couloir mit seinem riesigen Lawinenkegel, das etwas nordöstlich des Gipfels herunterzieht (vgl. Foto).
Am Schluss steil über den Kegel zum Ansatzpunkt des Couloirs (3404m, N45°35,684‘/E07°15,796‘, 1,5-2 Stunden vom Biwak). Wenn die Flanke schneefrei ist, können Pickel und Steigeisen hier bleiben. Über ekelhaftes, frisch ausgetautes schuttiges Gelände ins Couloir. Bald tauchen Steigspuren auf und etwas weiter oben auch gelbe Markierungen. Entweder im und neben dem Couloir nach oben und sobald es gut geht auf die rechte Begrenzungsrippe. ​Meist 2, die Überwindung gelegentlicher Stufen erfordert den 3. Grad. Der Fels an sich ist passabel, auf den Bändern liegt halt viel rum. 
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Die letzten 100hm verlaufen gemeinsam mit dem Clochettesgrat
Oder den unten spärlichen, nach oben häufig werdenden gelben Markierungen folgen, die auf die rechte Begrenzungsrippe führen. Diese in unterhaltsamer Kletterei nach oben, bis das Gelände flacher wird und man auf deutlichen Steigspuren den NO-Grat erreicht. Über diesen und Grattürme links (südlich) umgehend zum kleinen Gipfelkreuz (ca. 2 Stunden vom Einstieg). Abstieg wie Aufstieg, wobei es besser ist, den gelben Markierungen bis runter zu folgen. Es gibt im unteren Drittel ein paar Abseilstellen an NH und Blockschlingen. Waren ganz gut in Schuss. Die Ketten im Gegenanstieg zum Biwak kosten noch einmal Kraft. Dauert runter nicht viel weniger als rauf. Vom Biwak ebenfalls den gleichen Weg ins Tal (gut 3 Stunden).
Material: Vollständige Hochtourenausrüstung mit Helm und Spaltenbergungsequipment. Bei sommerlichen Bedingungen reicht ein Leichtpickel und Leichtsteigeisen, bei vereisten Felsen schaut’s schnell anders aus. Sieht man halt nicht von unten. Nachdem wir oben waren, sorgte ein kräftiges Gewitter für einen weißen Berg am nächsten Tag.
Fazit: Beeindruckende Hochtour auf einen der formschönsten Alpengipfel. Ähnlich wie bei Monte Viso oder Matterhorn schöner anzuschauen als zu klettern, aber trotzdem ein tolles Gefühl auf so einem Zapfen zu stehen. Auch wenn es sich um den Normalweg handelt, bedeutet das nicht, dass es ein einfacher Weg ist. Volle Konzentration ist rauf und runter nötig. Insgesamt PD+ bei guten Verhältnissen.
 
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Wieder im Lärchenwald
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