Aufgrund der überregionalen Bedeutung trotz eines relativ langen Zustiegs natürlich gut besucht, aber bei ein bisschen Flexibilität (und wenn bei WI 4+ noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist) wird man immer eine Linie finden, in der man in aller Ruhe vor sich hin pickeln kann. Wer da hinter einer anderen Seilschaft nachsteigt, ist wirklich selbst schuld, wenn die Eisbrocken um die Ohren pfeifen. Wir waren aufgrund der Attraktivität des Ziels eigentlich auf müheloses hooken in komplett eingepickeltem Eis eingestellt, wurden aber schnell eines Besseren belehrt. So richtig stark frequentiert ist scheinbar nur der „Klassische Renkfall“ und der relativ gestufte „Eisschlauch“ etwas weiter rechts. In unserem Plan A, dem „Nasenbein“, fanden wir genau ein altes Schraubenloch, von hooken keine Rede und auch sonst keinerlei Begehungsspuren im Schnee am Ein-oder Ausstieg. Somit war anspruchsvolle Kletterei in teils hartem, sprödem Eis geboten. Die dritte Seillänge mit ihren aneinandergepappten, überhängenden und somit unübersichtlichen Riesenschnitzeln machte auch das Finden der Ideallinie nicht einfach. Bei aller Schönheit sollte man aber die Lawinenlage nicht vergessen, denn an ein paar Stellen könnte schon ordentlich was runterrauschen, auch beim Zustieg oder bei später Abfahrt. Bei entsprechenden Temperaturen könnte auch einige durchaus größere Zapfen das Fliegen lernen. Zugang: Von Ried im Inntal (ca. 900m) Richtung Sankt Christina, bis links eine schmale, kurvenreiche Teerstraße Richtung Gfrans/Stalanzer Alm abzweigt. Nach dem Abzweig der Privatstraße nach Gfrans (Haarnadelkurve, Holzgatter) erreicht man auf etwa 1350m kurz vor der nächsten Haarnadel einen kleinen Parkplatz links vor einem Forstweg-Schranken (bei uns offen). Laut zahlreicher Beschreibungen könnte man wohl noch ein paar Meter weiter fahren, bis man vor und links einer geschlossenen Schranke (Banner „Wildfütterung: Betretungsverbot von 16:30 bis 7:00 Uhr“) weitere Parkmöglichkeiten findet. Spart 5 Minuten Fußzustieg bei erhöhtem Risiko bei der Rückkehr vor einer geschlossenen unteren Schranke zu stehen. Da die Straße steil ist und beim Räumen sicher nicht erste Priorität hat, können ggf. Schneeketten nötig sein. Bei uns war alles trocken. Vom oberen Parkplatz entlang der Forststraße zur Wildfütterung und weiter am Südhang und hoch über dem Stalanzer Bach flach talein; gerne aper. Bald kommt der Schnee und nach einer Brücke wird’s der Fahrweg deutlich steiler. Nach etwa 1¼ Stunden erreicht man die Stalanzer Alm, 1910m und sieht erstmals die beeindruckenden Fälle. Im Talboden weiter über den Sommerweg Richtung Anton Renk Hütte und dort, wo dieser auf den lawinenverbollerten Westhang abzweigt gerade unter die Eisfälle. Je nach Einstieg weitere 30-40 Minuten. 2080m, 730hm. Vom Umziehplatz bei ein paar großen Blöcken noch ein paar Meter zum Eis. Einstieg an der tiefsten Stelle. Schwierigkeit: Anhaltend WI 5, in der 3. SL stellenweise 5+. Aufgrund seltsamer Eisstrukturen waren auch ein paar überhängende, abdrängende Passagen dabei, so dass man auch WI6- auswerfen könnte. (Stand 08.03.2026) Länge: 180m auf 4 SL (ca. 170hm. Material: Schrauben (i.d.R. keine ganz kurzen nötig) je nach Sicherheitsbedürfnis; 60m Doppelseil (Abstieg!) und das übliche Eiszeug. Bis auf den Stand am Ausstieg ist kein fixes Material in der Route, auch Stände müssen an Schrauben selbst eingerichtet werden; d.h. 4 Schrauben sind allein damit verbraten. 10-12 weitere könnten schon noch beruhigend sein. Route: Gute Beschreibung dieser und weiterer Linien auf https://www.bergzeit.de/magazin/renkfaelle-eisklettern/ Unsere Linie: 1. SL: Am tiefsten Punkt des rechten Hauptfalls 10m rechts des „Klassischen Renkfalls“ anhaltend steil und bolzengerade nach oben. Nach 55m Hängestand. 2. SL: Kurz noch steil (WI 4+), dann etwas flacher (WI 3) unter die Schnitzelstrukturen. Irgendwie durch das steile Zeug (WI 5); in einer Eisgrotte fand sich nach 50m ein überraschen bequemer Standplatz. 3. SL: Weiter durch die nun teilweise überhängenden, aneinander geklatschten Riesenschnitzel abdrängend weiter. Nach dem letzten Eiswulst querten wir rechts zu Hängestand an einer Säule etwas oberhalb der Felsnische des Nasenbeins. Gigantischer Blick auf den Nasentropfen, der bei uns nicht mehr aktiv war. 25m, WI 5+, eher 6- 4. SL: Weiter über ein paar Wülste in eine Art steile Eisverschneidung (WI 5) und nach dieser über ein paar Schneemeter zur Abschlussstufe (ggf. Zwischenstand).Über diese (WI 4+) zum flachen, blockübersäten Ausstiegsschneefeld. Noch etwa 10m hoch zu Stand an 2 BH mit Kette. Gut sichtbar. 50m Erstbegeher: S. Eder & H. Streng, 1994 Abstieg: Entweder vom Stand und dann an Ablakovs abseilen (3x, abgesehen vom BH-Stand ganz oben selbst einzurichten) oder 30m Richtung Renkhütte zum ebenfalls gebohrten Stand am Ausstieg des „Klassischen Renkfalls“ queren. Dann 3 Abseilfahrten (60m, 60m, 35m), erst BH-Stand, dann an Abalakovs zum Einstieg. Leider war diese an sich schöne Linie von einer Unzahl meist noch brauchbarer, fixer Abalakov-Abseilschlingen versaut. Wenn das jeder macht, liegt am Ende des Winters ein Kubikmeter Kunststoffmüll im Bach. Das wäre ja wie wenn jeder Spaziergänger alle 50m eine Plastiktüte in die Wiese legt! Macht ja auch keiner. Was soll der sinnlose Quatsch also? Und kaufen muss man das Zeug ja auch. Es spricht absolut nichts dagegen, das Seil direkt zu fädeln. Geht mit etwas Geschick selbst ohne Fädler problemlos! Und bei den Temperaturen friert auch nix fest. Ist uns übrigens auch bei -15°C nicht passiert. Ein kräftiger Ruck und das Seil ist da. Ich werde diese sinnlose Verschwendung und Vermüllung nie verstehen.
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