Ein guter Grund umzukehren und auf den Sommerweg ohne Schi umzuschwenken. Leichte Schuhe hatten wir vorsichtshalber dabei und so waren die 200hm dank gutem Weg gleich erledigt. Für das Schwarzhorn war noch genug Zeit, da die nordseitigen Hänge erst spät weich werden. Eine Abfahrt vom Gipfel war aus ähnlichen Gründen auch hier nicht möglich, aber immerhin bis etwa 2350m waren die Schi dabei, der Rest war Stapfen über den steilen, aber lawinensicheren NW-Rücken. Die beiden kreuzgeschmückten Zwillinge bieten jeweils eine herrliche Sicht vom Hauptkamm über den Rosengarten bis zu den Gardaseebergen. Oberhalb der noch laufenden Schilifte sahen wir keine Menschenseele. Das Weißhorn hat übrigens nichts mit seinem prominenten Doppelgänger im Wallis zu tun, sondern weil es aus hellem Kalk aufgebaut ist. Das Schwarzhorn dagegen besteht aus dunklem Quarzporphyr. Auch eine schöne Tourenkombination bei so seltsamen Schneebedingungen, wie dort in diesem Winter. Talort: Aus dem Etschtal von Bozen Richtung Karerpass ins Eggental . Bei Birchabruck rechts ab zum Passo di Lavazè und rechts ab zum Jochgrimm zwischen Schwarz- und Weißhorn. Parkplatz bei den Liften (1989m). Route: Vom Parkplatz beliebig (momentan bleibt nur das Kunstschneeband) zur Bergstation des Weißhornlifts (2155m). Bei sicheren Bedingungen flach rechts um den Osthang herum bis in Gipfelfalllinie und über den zunehmend steilen Hang zum Gipfel mit seinem riesigen Kreuz. Alternativ und je nach Schneemenge mit oder ohne Schi entlang des Sommerwegs über den Süd-bzw. Südwesthang zum höchsten Punkt. Am Schluss leichtes Gekraxel mit einem kurzen gesicherten Stück. Entlang der Aufstiegsroute zurück zum nahen Jochgrimm und auf der anderen Passseite zur Bergstation des Malditschlifts, 2225m. Weiter über den aufsteilenden NW-Rücken und so hoch wie möglich (idealerweise bis zum Gipfel) mit Schi hinauf. Spätestens am Kreuz ist dann so oder so Schluss. Zurück über den Aufstiegsweg oder, bei sehr sicheren Verhältnissen, über den teils 40° steilen NO- oder NW-Hang zurück zur Piste und zum Pass. 327+450hm Material: Übliche Schitourenausrüstung mit Harscheisen falls die steilen Gipfelanstiege hart sind. Ggf. können auch Leichtsteigeisen und ein Pickel nicht schaden. Trotz Pistennähe auf jeden Fall vollständige Lawinenausrüstung. Schwierigkeit: Beide schauen recht harmlos aus, aber beim kleineren Weißhorn verlangt der steilere Ostaufstieg eine sichere Technik bei Aufstieg und Abfahrt. Das höhere Schwarzhorn ist auf längere Strecken recht steil und sollte nicht unterschätzt werden. Bei harten Verhältnissen würde ein Sturz am Gipfelgrat oder in den Flanken vermutlich erst weit unten enden. Nur bei sicheren Lawinenverhältnissen angehen und die Route dementsprechend anpassen. Weitere Informationen: Die diversen Routen lassen sich mit der Standardkarte von Alpenvereinaktiv gut nachvollziehen.
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Juli 2026
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