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V. Günsteinturm (Grünsteinzapfen), Mieminger, 2450m, S-Kante „Zapfenzauber“, 7

19/9/2026

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„Zapfenzauber“, 4. SL – fotogener (aber leichter) Quergang zum Hahnenkamm
Ein Traumtag! Dazu Fels wie an der Marmolada (Absicherung auch 😉), warm, dunkelblauer Himmel und fast allein in der Wand. Dank Motorradl von Biberwier ohne jegliche Kalorienverschwendung zum Marienbergjoch, von dort gemütlicher Spaziergang über einen Wanderweg, dann über Grasmatten und Schrofen zum Einstieg auf knapp 2300m. Bereits hier traumhafte Sicht auf Zentralalpen und Inntal. Erst den "Zapfenzauber" am Grünsteinzapfen geklettert (4. Begehung, bis auf eine SL bester Fels), dann gönnten wir uns aufgrund des perfekten Wetters noch den gleich langen "Hosenmörder", den beide Hosen trotz des extrem rauen Gesteins gut überlebten. Nur die Fingerhaut ...
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Wetterwand bei der morgendlichen Auffahrt
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Hebst wird’s; Vogelbeeren am Marienberg
​Bei der Erstbegehung noch auf 6+ geschätzt, empfahl mein (sehr erfahrener) Seilpartner dringend auf 7- oder 7 zu gehen. Die Absicherung in der 1. und 6. SL ist kühn (ca. E3+) und in den steilen Platten nicht immer mobil so richtig gut verbesserbar. Über weitere BH wird nachgedacht. Von Platten über Quergänge bis hin Rissen und einen kurzen Kamin ist (in beiden Routen) alles geboten. Allerbester Fels bis zum Wandbuch, die kurze letzte SL ist nur was für wahre Alpinisten oder Sammler von Türmen. 
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Zustieg vom Wanderweg Marienberg - Höllkopf
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Routenüberblick „Zapfenzauber“ mit etwas angepasster Bewertung
​Wir sind nach Eintrag der 2. Begehung deshalb von dort abgeseilt. Frühherbstliches Sonnenbad am Einstieg, kurzer Abstieg und gemütliches Ausrollen nach Biberwier.
​
Wunderschöne Kletterei (die eigenen "Kinder" sind immer die schönsten), aber eben alles andere als Plaisirabsicherung. Sichere Beherrschung des erforderlichen Grades im Vorstieg und ebensolcher Umgang mit mobilen Sicherungsgeräten sind dringend nötig! Die Touren dort sind zwar kurz, aber vom Gesamtanspruch her fordernd, so dass man mit zwei Routen, Zu- und Abstieg als Durchschnittskletterer durchaus bedient ist. Unterwegs mit Klaus Metterlein, von dem auch zahlreiche Fotos stammen.
​Charakter: Die Route befindet sich im rechten Bereich der zahlreichen (und von uns so genannten) Grünsteintürme und führt auf ein bereits vom Wanderweg sichtbares, markantes Horn. Der Fels ist meist hervorragend mit Erosionsrillen, Schratten und Schwarten und extrem rau. 
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Kurz unter dem Marienbergjoch (Foto K. Metterlein)
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Am Einstieg des „Zapfenzaubers“
Nur der „Hahnenkamm“, der die kurze Gratverbindung zur Gipfelwand darstellt, ist herzhaft brüchig (aber leicht). Trotz des kurzen Zustiegs (zumindest bei Motorrad- oder Liftbenutzung) und der herrlichen Landschaft ist dort oben nach wie vor wenig los. Die Route ist nicht geputzt, d.h. der ein oder andere lose Stein kann schon rumliegen. Aufgrund der sonnseitigen Lage ist die Tour nach Regenfällen schnell trocken, bei Föhn aber windanfällig und aufgrund der hohen Lage auch im Sommer angenehm temperiert. Im Herbst sollte die Sonne nicht getrübt werden, sonst wirds frisch.
Wandhöhe: 140hm zum Turmgipfel
Kletterlänge: 6 Seillängen, 185m Kletterlänge
​
​Schwierigkeit: anhaltend zwischen 5 und 6, einige Stellen 6-7, E 3-. Die Route ist in teilweise weiten Abständen mit Spreizankern eingerichtet. Kein Plaisir! Eigeninitiative ist überall dort gefragt, wo sich mobile Sicherungen gut unterbringen lassen. Dort wurde bewusst auf BH verzichtet, auch wenn das manche „dumm“ finden und gerne jeden Quadratmeter Fels totbohren möchten. Aber es darf auch nördlich der Dolomiten ruhig noch ein paar Routen geben, bei denen der angegebene Schwierigkeitsgrad sicher beherrscht werden muss und der Umgang mit mobilen Sicherungsgeräten natürlich auch. Außerdem macht’s Spaß, wenn das Klemmzeug nicht nur zum Lüften am Gurt hängt und den Blick schärft ​diese Art der Absicherung auch.
​Material: 2 BH an den Ständen bzw. 1 BH am Einstieg; 1-6 Zwischen-BH, weitere Absicherung mit Cams etc. unbedingt nötig und sehr gut möglich. 8-10 Expressen, einige Bandschlingen, an Klemmzeug kamen Totemcams (0,5-1,5), ein noch etwas kleinerer (z.B. BD 0,2)und Link Cams 0,5-1 zum Einsatz sowie ein 60m-Doppelseil. Ansonsten übliche Alpinausrüstung; stabile Zustiegsschuhe und Stöcke für den Zustieg.
Zustieg: Von Biberwier, 1012m am bequemsten per Auffahrt mit der Sesselbahn zum Marienberg, 1640m (Radtransport gegen Gebühr). Oder etwas höher an der alten Fernpassstraße (P auf 1090m beim Abzweig des Fahrwegs zum Waldhaus Talblick) mit dem MTB auf der teils steilen Schotterstraße dorhin. 
​Nun gemeinsam noch 0,9km sehr steil und grob bis zum Marienbergjoch, 1780m. Dann zu Fuß weiter über den Weg Richtung Hölltörl, bis man auf etwa 2020m bei einem markanten Riesenblock mit weißer Markierung (N47° 20,831‘/E10° 54,879‘) über Wiesen, Schutt und Grasschrofen direkt in Falllinie des Vorbaus ansteigen kann. Rechts um den Vorbau herum (Einstieg „Raue Welt“ und „Schweigen der Lämmer“, N47° 20,782‘/E10° 54,896‘, 2221m) und weiter rechtshaltend über Schrofen und Gras zu Platte mit BH N47° 20,794‘/E10° 54,986‘, 2298m, Einstieg „Hosenmörder“). Über plattige Stelle (2) und Schrofen rechts zum Beginn der S-Kante bei Einstiegsbohrhaken, an dem der Routenname auf kleinem Aluplättchen angeschrieben ist (N47° 20,793‘/E10° 55,011‘, 2312m). Vom Joch in 1-1¼ h gut machbar.
​Erstbegeher:  Steffi, Christine und Stefan Feistl am 22. und 29.09.2019 von unten.
Topo und Routenbeschreibung: auf https://www.geiselstein.com/uploads/8/4/4/0/84402202/gr%C3%BCnsteinzapfen-zapfenzauber_t_b.pdf
Ergänzungen zum Topo:
1. SL: Der 1. BH sitzt sehr hoch, bis dorthin gibt es aber zahlreiche gute Placements.
2. SL: Schwierigste Stelle (und Schlüsselstelle der Tour) erst am Ende der Steilstufe. Eigentlich nur ein Zug (7-/7).
3. SL: Der Kaminüberhang schaut wilder aus, als er ist: große Henkel und gutes Placement im Kamingrund.
4. SL: Fallender, kurzer Linksquergang zu Kante und fotogen über diese auf Felskopf (Abseilstand an 2 BH, kann im Aufstieg ignoriert werden, ggf. lang einhängen).
5. SL: Die raue, steile Platte dürfte wohl eher 7- sein, nach dem letzten BH lässt sich im Riss gut ein kleiner Cam versenken. Auch die folgende Plattenkante lässt sich oberhalb des BH gut mobil absichern.
6. SL: Gut mit der vorhergehenden SL zusammenfassbar.

Abstieg: Abseilen über die Route, eingerichtete Abseilstände für 60m Doppelseil (nicht von dubiosen Karabinern irritieren lassen, die von anderen Kletterern, warum auch immer, relativ sinnlos an manchen Ständen entsorgt wurden; die Abseilstände sind mit Maillons ausgestattet). Die erste Abseillänge geht über beide Stände bis zum tiefsten Punkt vor dem waagrechten Hahnenkamm, BH (55m). Von dort 20 m (ggf. am Seil) zurück klettern (2), bis man am Ende des Hahnenkamms den Abseilstand auf dem 1. Pfeiler erreicht. 35m zum Stand unter dem Kamin und weitere 55m bis zum Einstieg. Achtung beim Seil abziehen: verhängt sich leicht, da der Fels sehr rau ist! Weiter auf dem Zustiegsweg. Vom Marienberg genussreiche 7,3km MTB- Abfahrt nach Biberwier.
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