San Paolo, Gardaseeberge, ca. 250 m, O-Wand (Placconata) "La Trappola", 7+ (7- obl.), 4-7 SL22/12/2025
Die Eintrittskarte stellt eine 30m Linksquerung dar, in der man sich gleich auf das Folgende einstellen kann. Der Diagonalriss ist zwar nicht die schwierigste, aber dennoch die anspruchsvollste Stelle, da gerade der Vorsteiger nie so ganz weiß, ober er jetzt irgendwie wackelig rumklemmen (und dadurch die Placements besser sieht) oder zügig durchpiazen soll, dadurch aber nie in den Riss sieht und Cams nur auf Verdacht in den Spalt ballern kann. An der Schlüsselstelle dominieren glatte Platten, wo im Zweifelsfall nur Hand auflegen hilft, in der Hoffnung dass sie sich festsaugt. Kurzum, eine kurze, aber spannende und beeindruckende Tour, die vom Vorsteiger stellenweise Moral und einen sicheren Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln erfordert. Als normalsterblicher Kletterer rennt man nicht so einfach durch. Wir kombinierten die Tour mit der „Giada Kurwi“. Dadurch lohnte sich der Zustieg, die zweite Route lag dann aber schon wieder im Schatten. Dezembertage sind eben kurz. Zustieg: Von Arco kommend (am besten mit dem Radl) bis kurz vor der Pizzeria Lanterna links der erste Steig Richtung Wand geht. Immer eher links haltend entlang des „alpinen Abstiegswegs“ hinauf zu den südlichsten Touren des Felsriegels von San Paolo. Etwa bei der „Via Linda“ linkshaltend durch lichten Wald und über Schrofen zum Einstieg am rechten Ende des unteren Dachriegels. Gut von der Straße (und im Wandbild oben) sichtbar. Der Routenname war mal am Einstieg (alte SU-Schlinge) angeschrieben, es sind aber nur noch einzelne blaue Buchstaben erkennbar. 20 Minuten von der Straße. Schwierigkeiten: Sehr anhaltend zwischen dem 5. bis (oberen) 6. Grad, je eine Stelle 7-, 7 & 7+, wobei letztere technisch überwindbar ist und bei freier Kletterei eher schon Richtung 8- geht. 7- oder vielleicht sogar 7 obligat. Material: übliche Alpinkletterausrüstung; 60m Doppelseil, ein Satz Klemmgeräte (bis BD #3), ein paar offene Schlingen (vielleicht auch mal ein paar alte erneuern, um so die Erschließungsarbeit der Erstbegeher etwas zu honorieren) und 10 Expressen. Die Touren ist in den Platten gut mit teils älteren SU-Schlingen, BH und NH abgesichert, im Diagonalriss ist deren Abstand weit und kann nur mit Cams verringert werden. Alpin eben und weit weg von Plaisir, aber eben gut selbst abzusichern. Der Vorsteiger sollte auf jeden Fall einen 7er gut draufhaben, denn ein paar Meter müssen zwischen den fixen Sicherungen bzw. Placements ordentlich frei geklettert werden. Route: Topo Ein sehr gutes Topo befindet sich auf https://www.klettern-sarcatal.com/placconata.htm (mehrere Routen) bzw. im Filippi-Führer „Hohe Wände bei Arco Vol.1“. Einen ganz netten Videoclip über die Tour kann man sich auf dem Videokanal https://www.youtube.com/c/GerhardWiedemann anschauen. Ergänzungen: 1. SL: Am Ende lang einhängen, dann kann die überhängende, aber großgriffige und sehr kurze 2. SL gleich angehängt werden. 3. SL: Der Diagonalriss, das Schaustück der Route! Schwieriger Einstieg, am besten rechts hangelnd, dann klemmen oder piazen. Kaum fixes Material (nur 1 oder 2 SU-Schlingen). 4. SL: Leicht, aber fototechnisch besser nicht an die 3. SL dranhängen, sondern der 5. SL vorschalten. 5. SL: Schlüsselstelle mit 7+ sicher nicht unterbewertet, 8- wär auch denkbar 6. SL: mit der 7. kombinierbar, dann aber 55m! 7. SL: Saublöde Stelle ganz am Ende, mittlerer Cam!
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