Ab der Dammkarhütte ist auch der weitere Talabstieg dank Schuttreißen erfreulich kurz und vom Bankerl sinds dank Radl eh nur noch gut 5 Minuten nach Mittenwald. Rauf ist’s zwar jedes Mal ein saumäßiger Schinder, vor allem mit dem Biobike, aber runter weiß man dann, warum man sich das in der Früh angetan hat. Ideal bei sommerlich labilem Wetter, da die Wand schnell abtrocknet und die Tour nicht lange dauert.An sich keine Wand für Einsamkeitsfanatiker, wer gerne zügig klettert sollte antizyklisch einsteigen. So waren wir überrascht, dass trotz bester Verhältnisse erstaunlich wenig los war: ein Solist im „Soladatenweg“ und zwei Seilschaften hinter uns, das war’s. Material: Seit der Sanierung durch den Hochgebirgszug vor 10 Jahren ist der SW-Pfeiler gut abgesichert (Stände mit 2 Klebehaken, Zwischensicherungen mit einem Mix aus BH und den belassenen NH). Hier könnte bei Bedarf sogar noch mobil nachgearbeitet werden. Die „Gams ‘n‘ Edelweißes“ war schon immer gut abgesichert, zwischen den BH darf aber schon noch geklettert werden. Die teilweise verwendeten Eigenbau-BH kommen aber langsam in die Jahre und setzen Rost an, außerdem führen die etwas kleinen Löcher dieser laschen gerne zur Querbelastung des hakenseitigen Karabiners. Zusätzlich zur üblichen Alpinkletterausrüstung hatten wir die drei kleineren Linkcams am Gurt (kamen nicht zum Einsatz), 11 Express, davon ein paar alpine, und ein 60m-Doppelseil. Einfachseil reicht auch, da man ja nicht abseilt, aber 60m sind angenehm, dann kommt man sogar mit 5 SL durch. Schwierigkeit: Im SW-Pfeiler bewegen sich die Schwierigkeiten anhaltend im 4. Grad, die Direktvariante in der 2. SL erreicht 4+. Nach einer leichten Verbindungsseillänge (3+) geht es in der „Gams ‘n‘ Edelweißes“ rauf auf 5, bevor in der letzten SL dann maximal 7- gefordert ist. Aufgrund eines Griffausbruchs in der letzten SL ist die 7- Stelle nicht leichter geworden … Zustieg: Vom Parkplatz am Beginn des Fahrwegs ins Dammkar oberhalb Mittenwald, ca. 950m, über die anfangs fürchterlich steile Teerstraße (23%) und nach diesem Stich auf flacherer Schotterstraße 3,3km und 380hm hinauf zum Bankerl, 1330m. Dort endet die Straße bei der Talstation des Materiallifts zur Dammkarhütte. Weiter auf dem gemütlich angelegten Wanderweg zur Hütte, 1667m. Von dort Richtung Osten durch die Latschen in wenigen Minuten zur SW-Wand, die man direkt am Einstieg der „Gams ‘n‘ Edelweißes“ erreicht (auf Metalltafel angeschrieben). Über Schuttreißen der Wand entlang aufwärts, vorbei am „Soldatenweg“ (Ringhaken) zum Einstieg des SW-Pfeilers. Die Tour beginnt ein paar Meter über dem Kar auf einem Vorbau (Ringbohrhaken, weiße Gedenktafel und angeschriebener Routenname auf Metalltafel).
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Juli 2026
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