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Plattspitze-Sockel, Wetterstein, ca. 2250m, S-Wand „Super Crack“, 12 SL, 8- (6+ obl.) & „Sani-Heinl-Gedächtnis-Weg“, 5 SL ab Verzweigung, 7+/8- (6+ obl.)

8/11/2025

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So schaut er aus, der "Super Crack"
Charakter: Zwei wunderschöne, im Vergleich zu den leichteren und recht kurzen linken Touren etwas längere Plaisirrouten in hervorragendem Wettersteinkalk. Aufgrund der üppigen Absicherung in Kombination mit der immer noch überschaubaren Länge ideal für einen sonnigen Spätherbsttag. Selbst im November scheint die Sonne noch lange in die Wand. Das in die Jahre gekommene Haken- und Schlingenmaterial wurde vor kurzem mit viel Aufwand saniert, der „Super Crack“ wurde wohl neu erschlossen. Vielen Dank dafür! Zwei wirklich tolle Routen! 
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Frostige Zufahrt vor angezuckerter Mieminger Kette
Unverständlicherweise aber deutlich weniger begangen, als die beiden ebenfalls sanierten Linien links. Laut Wandbuch bekam der „Supercrack“ heute den 13. und der „Sani-Heinl-Gedenk-Weg“ gar erst den 6. Eintrag seit der Renovierung bzw. Erschließung. Ist uns völlig unerklärlich, denn beide Routen gehören sicher zum schönsten, was man im Wetterstein klettern kann. Beide Routen beginnen gemeinsam, gabeln sich nach einer Weile und sind mit zweimaligem Abseilen gut zu kombinieren. Außerdem sind Zu- und Abstieg mit dem Radl bzw. in der Wand per Abseilpiste mehr als komfortabel. Insgesamt sehr empfehlenswert. Da kommt man gerne wieder!
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Grober Routenverlauf
Talort: Ehrwald, Talstation Almbahn, 1108m (oder einer der zahlreichen kostenlosen Parkplätze im Tal).
Zustieg: Am besten mit dem MTB über die anfangs ordentlich gache Teerstraße (15%) zur Ehrwalder Alm und weiter an der Pestkapelle vorbei zur Hochfeldernalm, 1732m. Auf 1850m sollte man das Radl bei einer markanten Linkskurve (nach 7,7km, 765hm) deponieren, denn dort zweigt der Steig zum Sattel zwischen Wetterwand und Issentalkopf ab (knapp 1900m). Weiter über den grasigen SW-Rücken zum schon vom Radldepot sichtbaren roten Lawinensprengmasten, ca. 2050m. Hier ginge es links zur "Aquaria".
Entweder kurz vorher oder erst bei diesem fallend rechts ums Eck unter die S-Wand queren, wo man bei ein paar seltsamen Felszeichnungen auf die erste Route stößt ("Over the Rainbow"). Noch ein Stück der Wand entlang absteigen, bis unter einem markanten, geschwungenem Dachl zwei neu eingebohrte Routen beginnen. Unsere ist die rechte (zumindest haben wir die genommen), von der anderen wissen wir nichts. Ca. 1000hm, auch ohne Motorrad bequem in 2 Stunden machbar.
Material: Extrem gut und in sehr engen Abständen mit BH plaisirmäßig abgesicherte Routen und dadurch sehr leicht zu finden. Alles Klemmzeugs kann also ruhigsten Gewissens daheim bleiben. 
Expressen je nachdem, wie viel man einhängen will, aber 16 Stück kann man schon unterbringen, vor allem wenn man mal zwei SL aneinanderhängt. Teilweise mussten wir dies auch, weil wir nicht alle im Topo eingezeichneten Stände vorfanden. 4 oder 5 Mal fehlte dort, wo ein Stand sein sollte, die zweite Lasche. Dübel waren vorhanden??? Eventuell haben die Erschließer im Nachhinein ein paar kurze Seillängen zusammengefasst und das im Topo noch nicht ergänzt? Vorsicht also! Wer diese Stände an zwei BH machen will, sollte ein paar Laschen und Muttern mitnehmen! 
Aufgrund der Hakendichte (ein paar gute alte durften auch noch stecken bleiben), kann die Express auch oft höher gehängt werden. 60m Doppelseil für den Abstieg sehr sinnvoll.
Schwierigkeit: Eine Stelle 7+/8- („SHGW“) bzw. 8-/8 im Plattenquergang des „Supercrack“, ansonsten sehr anhaltend im 6. und 7. Grad. Auch die wenigen leichteren Passagen sind wunderbar zu klettern. Sehr schwierig kam uns allerdings die 1. SL vor, auch wenn die „nur“ mit 7+ angegeben ist. Vielleicht lag‘s aber auch daran, dass es ein ordentlicher Kaltstart ist. Insgesamt gut passende Bewertung; Steffi kam sauber rotpunkt durch, bei mir waren ein paar Griffe in die Haken nötig.
Wandhöhe & Kletterlänge: „SHGW“: ca. 150hm, mit 175m Kletterlänge; „Supercrack“ so um die 170hm mit gut 200m Kletterlänge (jeweils von unten).
Erstbegeher: Sani Heinl mit diversen Partnern in den 1990er Jahren; saniert und teilweise neu erschlossen bzw. umgelegt von P. Schwarzmann und anderen ab etwa 2023.
Route: Im Panico Kletterführer „Wetterstein Süd“ findet man eine Übersicht über den urprünglichen Routenverlauf, auf https://www.allgaeu-plaisir.de/klettern-an-den-gatterlkoepfen/ gibt’s Informationen vom Chefsanierer selbst und sehr gute Fototopos. Seillängenangaben gibt’s dort keine; da die Stände aber eher kurz aufeinander folgen (meist so 15-20m, vgl. Bemerkungen oben und unten!), sollte es keine Probleme geben. 
Damit sich’s lohnt, bietet sich folgende Kombination an: Wir sind nach dem gemeinsamen Beginn erst rechts durch den „Super Crack“. Vom Ausstieg beim Wandbuch folgten wir roten Pfeilen abwärts (Schrofen). Kurz vor einem Fixseil hielten wir uns eher links (im Abstiegssinn, Stelle 2-3) Richtung Abbruch und erreichten so Ausstieg und Wandbuch des „SHGW“. Von hier seilten wir entlang der Haken 55m auf einen kleinen Grasabsatz ab. Dort richteten wir den Stand mit Schlinge und Schrauber zum Abseilen ein und seilten weitere 35m zur Abzweigung des „Super Crack“ ab. Man kommt ja wieder vorbei. Nach ein paar SL waren wir bald wieder am Wandbuch zurück.
Anmerkungen zum Topo:
„SHGW“:
1. SL: Schwer! Glatter als es ausschaut. Am Stand nach 30m fehlt die 2. Lasche => 10m über leichteres Gelände weiter klettern (4) zum Stand nach der 2. SL (40m)
3. SL: Auch hier fehlt am Stand nach ca. 10m die 2. Lasche => 15m weiter klettern (7) zum Stand nach der 4. SL (25m)
8. SL: Keine 2. Lasche am Stand => notgedrungen die nächste 7er-Länge angehängt. Stand nach der 9. SL (35m)
„Supercrack“:
9. SL: Nur eine Lasche am Stand => ca. 20m weiter klettern zum Stand nach der 10. SL (35m)
11. SL: Am Stand unter dem Abschlussbauch nur eine Lasche => weiter zum letzten Stand am Wandbuch (40m)
Abstieg: Problemlos per Abseilen. Vom Ende der Tour entlang des plattigen Rückens 60m zum nächsten Abseilstand fahren. Sehr flaches Gelände, besser den ersten ablassen. Dann reichen gut 60m (Seildehnung) bis zum Wandfuß am Klettergarten beim Roten Masten. Der Rest erfolgt dann entlang des Zustiegswegs. 
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