… zum Gipfelaufbau oder, wesentlich empfehlenswerter, von Besurtas über Plan d’Aiguallut und Ibón de Salterillo (herrlicher See mit sehr guten Biwakmöglichkeiten) ebenfalls zum Gipfelaufbau. Hier gibt’s gute Wege und statt Blockgelände gut zu begehende Gletscherschliffplatten im oberen Teil. Am Schluss folgt ein etwa 35° steiles Toteisfeld ohne Spalten oder Randkluft, das aber im harten Zustand den Einsatz von Pickel und Steigeisen erfordern kann und ein paar kurze Felspassagen in gutem Granit, die teils ausgesetzt sind, den 2. Grad aber kaum erreichen. Nur bei Vereisung heikel. Die Aussicht vom dritthöchsten Berg Spaniens (der Mulhacén in der Sierra Nevada und der Teide auf Teneriffa sind höher) ist so beeindruckend wie der Ansturm. Vermutlich machen die paar Gletscherreste den Berg so begehrt, weshalb man zum größten Teil auf Spanier, ein paar Franzosen und nur wenige Bergsteiger aus dem Rest der Welt trifft. Für die letzten Passagen in Eis und Fels braucht‘s entweder Geduld oder sicheres Klettern, dann können einige der Staustellen umgangen werden. Man trifft selten auf eine solche Menge von höhenkranken, überforderten und falsch ausgerüsteten Menschen wie hier. Die Wege sind in der Regel nicht mit Farbklecksen markiert, sondern, wenn überhaupt, mit Steinmanndln. Wegweiser gibt’s, aber deutlich seltener als in den Alpen. Sollten wir noch einmal herkommen, dann im Frühjahr mit Radl und Tourenschi. Talort: Benasque, 1140m und Plan de l’Hospital (Parkplatz auf 1725m, gebühren- und mautfrei, kurz danach ist die Straße für den allgemeinen Verkehr gesperrt). Stützpunkt: Refugio de la Renclusa, 2140m Route: Beschreibung unserer Tour. Von Plan de l’Hospital, 1725m, entweder mit dem Shuttlebus oder mit dem MTB über die geteerte, flache Straße 4,5km nach Besurtas, 1898m. Auf bezeichnetem und breitem Weg zum Refugio Renclusa, 2140m. Biwak auf etwa 2200m. Über blockdurchsetztes Grasgelände teils mühsam hinauf zur Scharte Portillón Superior, 2892m. Nicht vorher von Steinmanndln zum Grat leiten lassen, sondern erst direkt unter dieser zur Scharte aufsteigen, sonst gibt’s ein paar Kletterstellen und Höhemeter umsonst. Unglaublich viele Steigspuren, Steinmanndln und Möglichkeiten. Als Regel kann man sagen, dass die Variante, der man gerade folgt, immer die schlechteste ist. Jenseits etwa 50m absteigen und über wüstes und endloses Gewirr aus verschieden großen Granitblöcken relativ flach ansteigend auf der Nordostseite des Kammes Maldito – Aneto Richtung Collado de Coronas, 3207m queren. Alternativ könnte man hier auch auf den höher gelegenen Gletscherresten queren. Wird erst am Schluss angenehmer, wenn man auf Platten bzw. Eis/Schnee trifft. Der Sattel bleibt rechts liegen, eine felsige Unterbrechungsstelle (max. 1) führt zum oberen Eis/Schneefeld. Ggf. Steigeisen/Pickel. Eine weitere, etwas steilere Felsstelle (je nach Linie max. 2) am Schneeende führt zum Gipfelschnee- oder -schuttfeld. Problemlos zum Vorgipfel und, kurz ausgesetzt (1-2, technische und zeitliche Schlüsselstelle), in gutem Fels zum nahen Gipfelkreuz. Abstieg: Vom Gipfel zurück bis aufs obere Schneefeld. Den Steinmanndln in nordöstlicher Richtung über meist geneigte, ausgedehnte Gletscherschliffplatten relativ mühelos Richtung Ibón de Salterillo, ca. 2480m folgen. Am Schluss ausgetretener Steig auf einer Randmoräne. Von dort auf gutem Weg hinunter zum Plan d’Aiguallut, 2050m und auf einem Riesenweg zurück nach Besurtas. Schwierigkeit: WS (oberes Schnee-/Eisfeld, Felsstelle danach und Gipfelgrat zum höchsten Punkt), sonst L. Aufgrund des relativ geringen Höhenunterschieds für halbwegs trainierte Menschen auch gut als Tagestour von Plan de l’Hospital aus machbar. Der erste Bus fährt bereits um 4:30 Uhr, das erste Radl noch früher. Material: Hochtourenausrüstung mit Leichtsteigeisen und Pickel, gute Stirnlampe, GPS, Stöcke. Ggf. Biwakzeug. Seil und Spaltenbergungsmaterial bei vernünftiger Routenwahl nicht nötig. Erstbesteiger: J. Costa, 1817
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Januar 2026
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