im Gegensatz zu vielen anderen Grusel-Technotouren - nie Gedanken darüber machen muss, wie viel Prozent des Körpergewichts eine von unten nach oben geschlagene Rostgurke so hält, bis sie mit den Schneidezähnen Bekanntschaft macht. Die nordwestseitige Lage macht das ganze zur Weihnachtszeit zwar eher zu einem frischen Vergnügen, aber dafür bleibt die Route nach oder bei Regen großteils recht trocken. Wandbuch gibt’s leider keins, aber wenn man sich die wenigen und kaum erkennbaren Trittspuren beim Zustieg anschaut, kann (noch?) nicht arg viel los sein. Zustieg: Von Arco kommend (am besten mit dem Radl) auf der alten Straße Richtung Riva (SP 118), in San Giorgio links in die Via Monte Brione und nach Grotta. Kurz südlich der Häuser ist rechts eine Parkmöglichkeit, gegenüber befinden sich ein paar Baracken. Man steht fast direkt unter dem Dach. An den Baracken vorbei in den Wald und links unter einem Steinfangnetz entlang. An dessen Ende hinauf zu zweitem Steinfangnetz, unter diesem links entlang, bis man vor einer Mauer steht (diese endet fast beim Einstieg). Nicht durch das Tor in der Mauer, sondern durch einen Spalt zwischen Netz und Mauer durch und rechts abwärts auf Steigspuren zu einem Felsen. Rechts davon durch den steilen Wald, teils auf Geröll (keine Steine lostreten) erst gerade hinauf bis kurz vor die Wand und linkshaltend entlang, bis man den Einstieg bei einer Betonmauer (sehr komfortabel zum Material sortieren) und links neben einer großen Kaverne erreicht. 20 Minuten, nicht schwer aber teils steil und unangenehm. Gelegentlich schwache Steigspuren. Schwierigkeiten: In den frei zu kletternden Passagen der 1., 2., 3. & 5. SL anhaltend 5+ bis 6, 4. SL (großes Dach) ohne jeden Felskontakt möglich (viele gute BH, A2; auch gut A1 möglich) Material: übliche Alpinkletterausrüstung; 60m Doppelseil, Klemmgeräte können kaum verwendet werden, 1 Leiter (oder, wer Chaos will, auch zwei, stattdessen eventuell als Backup eine Repschnurschlinge als Trittschlinge), 2 verstellbare Standplatzschlingen, 25 Expressen (darunter ein paar alpine für die Kurven und die Dachkante). Die Tour ist sehr gut mit BH abgesichert; auf etwa drei Gerüstösen (die noch sehr gut in Schuss zu sein scheinen) folgt jeweils ein neuer Expressanker. Die Stände sind mit bis zu 4 BH und zum abseilen eingerichtet. Route: Topo Sehr gutes Topo auf https://www.bergsteigen.com/touren/klettern/giopia-monte-brione/. Auch im Filippi-Führer „Hohe Wände bei Arco. Vol. 1“ enthalten. Die dort enthaltene Zustiegsbeschreibung konnten wir nur teilweise auf die Natur übertragen Ergänzungen: 1. SL: Anfang erst gar nicht frei probiert, Leiter nicht unbedingt nötig. Fels in der frei zu kletternden Rechtsquerung nicht ganz zuverlässig. 2. SL: Traumhafter Fels, herrlich zu klettern. Eher 5 als 6. 3. SL: Anfangs passabler fels und gut frei zu klettern (ca. 6/6+). Nur 10m und eher noch mehr Haken als im Topo. 4. SL: Unglaublich fotogener Dachspaziergang. Aufgrund der üppigen Absicherung reicht eine Leiter oder Trittschlinge zur Entlastung der Selbstsicherungsschlingen beim Umhängen völlig. Technoplaisir! 5. SL: Bis auf ein paar Stellen gut frei möglich, aber teils unzuverlässiger Fels. Stand in einer betonierten Stellung. Erstbegeher: P. Calzà & M. Giovanazzi, 1990 Abstieg: Angeblich gibt’s ja einen Fußabstieg, aber wer sich diese einmalige Abseilfahrt (25m und 60m sich frei drehend und meilenweit weg vom Fels) entgehen lässt, dem ist nicht mehr zu helfen.
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Januar 2026
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