Charakter: Vermutlich eine der leichtesten Routen in dem Bereich und damit eine dankbare Kennenlerntour. Wer Konglomeratkletterei nicht schon vom Montserrat oder aus Meteora kennt, braucht sicher erst mal ein paar Seillängen, um diesen eigentümlichen Fels einschätzen zu können und das nötige Vertrauen zu gewinnen. Oft hart und zuverlässig wie Waschbeton, schauen die Wände doch meist aus wie eine Kiesgrube. Der etwas geneigtere, gut mit Bohrhaken als Zwischensicherung und an den Ständen abgesicherte Pfeiler, ist deshalb wohl schon für Generationen von Kletterern die erste Kontaktaufnahme mit Riglos gewesen, was man manchen Griffen auch anmerkt. Trotzdem eine wunderbare Kletterei mit sehenswertem Tiefblick aufs Dorf. In dem Bereich liegen mehrere Routen nahe beieinander; wenn‘s deutlich schwieriger wird, ist man vermutlich in einer der benachbarten Touren gelandet. Teilweise dezent mit Pfeilen markiert. Dennoch keine Plaisirtour, denn wenn's leichter wird, kann der Hakenabstand schon mal groß werden. Talort: Riglos, 678m; gebührenpflichtiger Parkplatz am Ortseingang (620m, derzeit, d.h. 2025, günstige €3,- pro Tag, Wohnmobile etwas teurer). Hilfreich ist das Refugio im Ort, wo man neben übernachten, essen und trinken auch ein Tourenbuch einsehen und diverse Führerliteratur kaufen kann. Außerdem trifft man immer jemanden, der was weiß. Zustieg: Viel kürzer geht’s nur selten! Durch den Ort zur Kirche direkt unter den Südwänden und auf Steig unter die Wand (vgl. Wandbild). Einstieg direkt am Beginn der Kante dieses rechten Anhängsels des wuchtigen Pisón, ca. 700m Wandhöhe: ca. 150m Kletterlänge: ca. 170m Schwierigkeit: 2 Überhänge 6+, ein paar Stellen 6-/6, ansonsten sehr anhaltend im 5. Grad, nur ganz am Ende etwas leichter. Den 6. Grad sollte man sicher vorsteigen und auch keine Schweißausbrüche bekommen, wenn der letzte Haken mal 6 oder 8 Meter weg ist. Material: Normale Alpinkletterausrüstung, 10-12 Expressen und 60m-Doppelseil (Abstieg!). Klemmzeug und ein paar Schlingen kann man zur Gewissensberuhigung an den Gurt hängen, falls man glaubt mit den vorhandenen Bohrhaken nicht auszukommen. Gelegentlich könnte man schon zusätzlich was legen oder fädeln, aber sicher nicht oft und nur mit einem guten Blick für die Placements. Route: Gutes Topo im Kletterführer „Escalada en los Mallos de Riglos“ von Felipe Guinda im Prames Verlag (spanisch). Auf Französisch findet man auf https://www.camptocamp.org/routes/136221/fr/mallos-de-riglos-macizo-del-pison-espolon-del-adamelo viele nützliche Informationen. 1. SL: Herrliche, erstaunlich raue Kletterei an oft großen Henkeln (bzw. Kieseln) über ein paar kleinere Bäuche entlang der breiten Kante. 6-, 35m 2. SL: Etwas speckiger Doppelwulst, 6+ oder 6/A0, 10m 3. SL: Genussreiche, steile Henkelkletterei. 5, 15m 4. SL: Links der Kante an guten Griffen über glatten Wulst (6), dann leichter an der Kante weiter. 6, 20m 5. SL: An und rechts der Kante weiter. Kurz vor dem Stand müssen noch zwei leichtere Bäuche überklettert werden. 5, 35m 6. SL: An oder knapp neben der Kante weiter. Die Route sucht sich den Bereich mit dem besten Fels, der hier neben der Ideallinie schon mal leicht brüchig sein oder hohl klingen kann. Bei Zwischenstand gerade weiter, bei blauem Pfeil mit „AD“ daneben ein paar Meter auf Band nach rechts. Dann gerade zu Baum und weiter zum letzten Stand. 4+, 55m Wer auf den Pisón will: Eine leichte, spärlich abgesicherte SL (3-4) führt zum Sattel, von wo die „Normal“ in 3 SL (5-, 5-, 6-) durch die Ostwand auf den Gipfel des Pisón führt. Erstbegeher: U. Abajo & J. Ibarzo, 1965 Abstieg: Wer keine Ambitionen verspürt in vier weiteren SL dem Pisón aufs Dach zu steigen, der braucht vom 6. Stand nur nach rechts dem Steig zum bereits sichtbaren Drahtseil zur 1. Abseilstelle folgen. Von dort 25m in die Schlucht, weiter dem Drahtseil und sogar ein paar Eisenklammern nach zum nächsten Abseilstand. Entweder 30m abseilen und erneut einem Drahtseil entlang (steil!) zum letzten Abseilstand oder gleich 50m bis knapp vor diesen Stand fahren. Von hier beeindruckend freihängend 60m hinunter zum Wandfuß, den man in der Nähe des Einstiegs erreicht.
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Januar 2026
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