Entsprechen kalt wars da unten. Das sollte sich aber schnell ändern: wir kurbelten die von nur noch wenigen Eisresten bedeckte Straße ins Schwarzbachtal hinein bis rechts der anhaltend steile Forstweg abzweigt (980m) und zum Beginn des Leonhardstein Normalwegs führt (1170m). Dort ließen wir nach etwa 340hm und 4,2km das Radl stehen und querten unter der W-Wand auf einem mittlerweile gut ausgetretenen Steig absolut schneefrei durch den blätterlosen, ungewohnt lichten Wald hinüber zur Südwand, die man bei den linkesten Routen („Überholspur“ und „Leonie“) erreicht. Auch der Einstieg über die "Überholspur" ist trocken und wäre somit gut möglich. Kurz unter der S-Wand Richtung Osten, vorbei am „Aprilscherz“ und der „Blauen“ liefen wir zum unteren Einstieg der „Andi“ (BH) bei einem markanten Ahorn. Nach einer Stunde vom Parkplatzlegten wir Hand an den strohtrockenen Fels. Wir henkelten uns mit viel Spaß die wohl vertraute Route hinauf, die im Winter selbst in der zweiten Seillänge so gut wie kein störendes Gras mehr aufweist. Selbst schuld, wer hier im Sommer klettert und den Zeckenfänger spielt. Die folgenden beiden herrlichen Seillängen verwöhnten uns mit bestem Fels voller Schwarten, Löchern und Schratten, das folgende große Band brachte uns leicht zum Ausstiegswandl. In Anbetracht des sonnigen Wetters und der trockenen Felsen, nahmen wir heute mal den Kamin links des Originalwegs unter die Finger. Hatten wir damals bei der Erstbegehung schon in Erwägung gezogen, war uns aber zu nass. So wurde dieser Schlund als Fortsetzung des „Dreiplattenwegs“ nacherschlossen und bietet schöne, griffige und raue Kaminkletterei (6-, 2 BH und 3 gebohrte SU-Schlingen, was bei unserem Klima eigentlich Quatsch ist). Nach etwa 25m mündet die Variante etwas oberhalb des Wandbuchs wieder in die „Andi“. Stand macht an am besten in der kleinen Scharte am Westgrat. Ich stieg noch schnell zu diesem ab, und deponierte ein neues Wandbuch, da das erste nach etwa 450 Begehungen voll war. Nach 30m Gehgelände am Westgrat steigen wir über die Westkante aus (40m, anhaltend 6/6+, Stelle 7-/7, ca. 2 BH, 3 gebohrte(!!) SU-Schlingen, teils große hohle Schuppen und unzuverlässiger Fels; der unlohnendste Ausstieg). Auch wenn die Tage Mitte Dezember nicht gerade die längsten sind, reichte die Zeit gut aus, um vom Gipfel das herrliche Licht der tiefstehenden Sonne zu genießen und den weit ins Tal hinauswandernden Schattenkegel des Leos zu bewundern.
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Januar 2026
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