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Heelzapfen, Lechtaler Alpen, 2518m, NO-Wand „ Ohne Heel und Tadel“, 8 SL; 7+

27/8/2026

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Unsere Zeit dort oben, an einem der ruhigsten und einsamsten Orte, die man sich vorstellen kann, sollte noch nicht vorbei sein. Spontan entschieden wir, den einen Schlechtwettertag kurzerhand einfach hinten dranzuhängen. Essen war noch genug da und damit auch Sabrina nicht verhungerte brachte uns  Andi eine frische Brotlieferung am Vortag vorbei. Nur welche Tour sollte es werden? Dreimal am selben Berg klettern wird ja auch irgendwie fad und in Anbetracht der terminlichen Verpflichtungen, die wir beide abends hatten, sollte die Tour nicht schwer und gleichzeitig lang sein. Also sprach alles für den Heelzapfen. Dort ist selbst die einfachste Tour zwar schon auch irgendwie hart, aber immerhin nur halb so lang wie gegenüber. Dennoch sollte es ein untypisch früher Start werden, den es an sich für die Tour nicht gebraucht hätte, wenn da nicht die Termine gewesen wären.
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Der Einstieg ist durch den angeschriebenen Namen und ein Seilstück schnell gefunden. Das verklemmte Seilstück konnte kurzerhand als Schafrucksackschutzaufhängung umfunktioniert werden. Die nächste Herausforderung war es, einen Sicherungsplatz sowie Schuhumziehplatz zu finden, bei dem man nicht gleich komplett im Schafscheiß steht. Aber das waren die kleinsten Sorgen und Probleme des Tages. Viel größer waren die eigenen Bedenken vor der für meinen Geschmack etwas zu steilen Wand. Die erste SL stellte sich allerdings als wirklicher Henkelspaß heraus. Da kam schon der Gedanke auf, wozu wir überhaupt Cams dabei haben, da sich der Abstand perfekt angefühlt hatte. Dieser Gedankengang wurde aber in den nachfolgenden Längen schnell wieder überdacht und es wurde im weiteren Verlauf der ein oder andere nervenberuhigende Friend in eines der Teils vielen Henkellöcher gestopft. Insbesondere in den beiden SSL muss man schon ordentlich hinlangen, da war nichts geschenkt.


Herrlich in Erinnerung bleibt auf jeden Fall die vierte Seillänge, zumindest wenn man schmale Finger hat und die Leisten zwar jetzt auch nicht zu Henkeln werden, aber dennoch sehr gut sind. Wenn da nicht der falsche Kopf dabei gewesen wäre, so hätte die SL auch im Vorstieg ein größerer Genuss sein können. Ähnlich ist die Ausstiegslänge: Vom Stand wirkt sie recht schwer, aber wenn man dann drinhängt, gehen die Henkel faszinierenderweise kaum aus. Und es waren wirklich richtige Bierhenkel, die man angetroffen hat. 

Fazit: „Hui, scho garch, nicht ganz meine Kletterei, dennoch faszinierend gute Henkel, wenn sie ab und zu nicht mal kurz aufhören würden. Schwerer brauch ich’s an dem Zapfen aber jetzt nicht unbedingt. Und so ganz andere Kletterei als gegenüber an der Freispitze.“

Wandhöhe: ca. 250m

Kletterlänge: ca. 270m

Schwierigkeit: 7+

Absicherung: Teils weitere Hakenabstände (E2+)

Material: ein Satz Totems eher zu viel, mittlere Cams einsetzbar

Erstbegeher: Wolfgang Hofer und Dieter Elsner 2001

Route: siehe Panico-Topo
  • einzige Anmerkung: in SL2 nicht zielstrebig links zum Stand klettern, sondern noch zwei Haken weiter hoch bis auf einen Absatz, da man sonst am Stand der „Diebstahl und Heelerei“ ist und man von dort dann eine 55m-Länge zum dritten Standplatz der eigentlichen Route machen müsste (oder halt eine 10m-Länge zurück zur Route, was bedeutet, man kann sich perfekt vor beiden Schlüsselseillängen drücken :) ). Geht aber bei einem kurzen Blick davor ins Topo recht gut daraus hervor, was jedoch nur halbherzig von uns erfolgt ist, schließlich kann man recht gut den Hakl nachlaufen.
Abstieg: Den ersten sichtbaren Stand (verbunden mit roter Reepschnur) links liegen lassen. Es handelt sich hier um den Ausstieg der „Yukon Direkt“. Nicht zum abseilen empfohlen, da sich das Seil nur sehr mühsam abziehen lässt. Man kommt jedoch auch runter und die ersten waren wir nicht. Besser den Ausstieg der „Diebstahl und Heelerei“ suchen und von dort je nach verfügbarer Seillänge mindestens viermal abseilen. Bei beiden Optionen sollten zu Beginn Zwischenhaken eingehängt werden, damit man wegen der Überhänge im oberen Bereich an den Standplatz kommt.
​Bleibt jetzt noch die Frage offen, ob wir rechtzeitig wieder im Tal bzw. in einer Netzabdeckung waren, so dass ich mich in mein Meeting einwählen konnte? Kurzantwort ist Ja und eine etwas ausführlicherer Antwort würde dann zu Tage bringen, dass jedoch sowohl ich als auch mein Handy unten im Tal erst mal überhitzten. So flog ich bewiesenermaßen wegen Überhitzung erst mal nach kurzer Zeit wieder aus dem Meeting raus. Na ja, eindeutig zurück im Alltag ... 
In Gedanken aber immer noch bei den letzten Tagen kann einen so schnell nichts stressen und damit enden mehrere intensive und fingerhautfressende Klettertage ohne einen Kopf kürzer gemacht zu werden.

Laut Kletterbuch oben an der Schafgufel waren wir heuer die ersten oben, was jedoch nicht stimmen kann, so weiß ich doch von mindestens einer Begehung der „Blinden Welt“. Jedoch wage ich zu behaupten, dass die Anzahl an Besuchen doch eher unter einer Handvoll bleibt.

Großer Dank an den Hirten, welchen wir scheinbar mehrfach verpasst haben, er allerdings mit unserem Besuch offensichtlich und glücklicherweise kein Problem hatte. V.a. bei dem Regentag waren wir froh um etwas mehr Auslauf als oben im Parseier Gries unter einem der Biwakblöcke.
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