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Gr. Koppenkarstein, Dachsteingebirge 2865m, „ Direkter SO-Pfeiler“, 8 SL; 7

15/8/2026

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Dirndl, Mütze, Koppenkarstein, … Die Auswahl ist einfach zu groß. Doch ein Beratungsgespräch später war klar, wenn die Temperaturen passen, es also nicht zu warm ist und wir folglich nicht Grillhendl spielen, dann müssen wir an den Koppenkarstein. Ein zur Tour passender Wetterbericht war schnell gefunden und somit stand das Ziel fest, zumindest für den ersten Tag. Aber alles andere ist dann ein Problem der Zukunft. 
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Nach einer unruhigen Nacht am Parkplatz der Dachstein S-Wand-Bahn, da bereits ab sehr frühen Morgenstunden S-Wand-/Klettersteig- und sonstige Aspiranten sich lautstark unterhaltend losmarschierten. Aber spannende Geschichten waren bestimmt dabei, nur sind diese bereits schon wieder in Vergessenheit geraten.
Wir starteten etwas gemütlicher und abseits von den Massen. Es ging ins Edelgrieß und entgegen der Tourenbeschreibung im Extremen Fels liefen wir nicht auf die Edelgrießhöhe hoch, sondern verblieben im Kar unten. Somit sparten wir uns nicht nur unangenehme Höhenmeter, sondern auch einen Schuttrinnenwanderweg. Da unser Plan eh war, nach einem kurzen Abstecher von der Bahn zum Mautticket entwerten, von der Austriascharte wieder ins Edelgrießkar zu laufen, erwies es sich noch sinnvoller, dort das Rucksackdepot einzurichten. 

Dort erfolgte jedoch eine der schwersten Entscheidungen des Tages: Kurze Hose, T-Shirt, Pulli oder lange Hose. Unsere Entscheidungen fielen gegensätzlich aus, doch jede hatte irgendwo am Körper mindestens 50% lang an (Kurze Hose und Pulli bzw. lange Hose und T-Shirt).

Der Einstieg mit der kleinen Gedenktafel war dank dem Wandbild auf Hannes seiner Seite (siehe Großer Koppenkarstein "Direkter Südost Pfeiler" - grubenkar) schnell gefunden und wir starteten bei perfekt warmen Sonnenschein. Schon die erste SL war trotz geringer Schwierigkeit richtig schön. Ebenso wie der gesamte Tag, noch dazu hatte ich das Wellnesspacket beim Auskarteln um den Vorstieg gewonnen. Nur Fünfer muss bzw. darf ich heute vorsteigen. Das wird entspannt. Darüber hinaus fanden sich auch zahlreiche neue Schlaghaken an den Ständen, am zweiten Stand beispielsweise einer und auch später hätte es noch einmal einen komplett neuen Schlaghakenstand mit drei Hakl gegeben, wobei dieser nach der SSL jedoch etwas unnötig war. Viel einfacher konnte man an einem der Bohrhaken von kreuzenden Routen Stand machen. Glaub man der Erzählung im Pause-Buch, was wir tun, so ist es eh erschreckend, dass einer von den Lokals diesen Klassiker nicht kannte, dafür aber die Bohrhakenroute(n). Traurig aber wahr und so schnell kann über Klassiker gebohrt werden.

Die Wegfindung war ebenso sehr eindeutig und um den Verhauer vom Hannes (siehe seinen Bericht; Link oben beim verlinkten Wandbild) kamen wir durch sein Beratungsgespräch bzw. seine Infos drumherum. Schaut man sich jedoch die Bilder aus dieser SL an, wo wir eben richtig waren, dann denkt man nicht, dass es sich wirklich nur um einen Fünfer gehandelt hat, so exponiert und steil schauen die Bilder aus. Fast schon gruselig. Wer sich selbst davon überzeugen will, es handelt sich um das (zum Lesen motivierende) Bild zu Beginn des Berichts. Es war zwar tatsächlich etwas sehr steil, aber durchgehend extrem griffig und zusätzlich auch nicht unbedingt hart bewertet, was bei den alten klassischen Routen ja keine Seltenheit wäre.
Vor lauter Freude über den schönen Schlaghaken-Stand übersah ich direkt den Klebehakenstand nahezu direkt daneben und baute eine herrliche Standplatzkrake auf. Aber mittlerweile stehe ich offen dazu, dass ich Schlaghaken einfach besser sehe als Bohrhaken. Eine Schwäche mit der man sehr gut leben kann.

Natürlich musste dieser selbstgebastelte Stand auch gleich fotografiert werden für meine inoffiziell existierende Standplatzgalerie. Eigentlich echt unnötig, aber so ein Marke-Eigenbau-Stand schaut doch einfach immer irgendwie attraktiv aus? Doch genug über Stände philosophiert:

In der SSL danach wurde ich gleich wieder geerdet, was die Schwierigkeit betrifft. Die war jetzt wirklich nicht geschenkt und zwar bin ich sie nur nachgestiegen (dank dem Los zu Beginn, man erinnere sich). Trotzdem hab ich mich ganz schön anstrengen sowie meine gemütliche Fünfer-Vorstiegs-Mentalität des Tages abschütteln müssen. Insgesamt aber nicht nur eine beeindruckende Seillänge, sondern insbesondere nach der Plattenquerung am Bohrhaken bot die Länge herrlichen rauen Fels mit ebenso schönen Kletterbewegungen. Zwar etwas zu steil für meinen Geschmack, aber absolut lohnend, dass muss ich ehrlich zugeben. Danach hat man die Tour auch schon geschafft, nur noch eine Kaminlänge und dann kann es seilfrei zum hässlich verbauten Gipfel geben. Es gibt doch noch Berge, die der Zugspitze Konkurrenz machen, was bestimmte Bereiche wie die Ästhetik betrifft. Immer entlang vom gekennzeichneten Hochspannungskabel, wird schon nicht gerade jetzt das Kabel irgendwo beschädigt sein, ging es rüber zum Gipfelkreuz und hinein in den Klettersteigtrubel. 
​ 
An der Austriascharte „versteckten“ wir unser Kletterzeug in dem Tunnel, so dass wir mit leichtem Gepäck, also nur noch mit dem Helm bewaffnet zur Bahnstation laufen konnten. Die Entwertung des Tickets erfolgt nicht mehr ganz unkompliziert am Automaten, sondern man muss sich jetzt (sehr zur Freude der auf die Bahn wartenden Personenmassen) an der Warteschlange vorbeiquetschen und das Ticket einem Mitarbeiter in die Hand drücken, der es dann entwertet. Wenn wie bei uns viel los ist, dann geht es noch gut, aber wenn weniger los ist, könnte es mittlerweile schwierig werden. Nachdem unser Ticket entwertet war, ergriffen wir schnell die Flucht und wanderten zurück zum Gletscher und die Leitern hoch zum Materialdepot. Schade dass ich auf dem eisigen Weg von der Bahn runter scheinbar inkompetent wirkte, da mich ein Mitarbeiter ermahnte, ich solle doch das Seil benutzen. An dem waren aber viele überforderte Touristen richtig schön aufgereiht. Mein Kommentar, dass ich heute schon schwierigeres gemacht hatte, blieb ungehört. Nebenbei angemerkt, ich fühlte mich eigentlich sehr solide, aber manchmal unterscheiden sich ja eigene Wahrnehmung und Fremdwahrnehmung?
​
Wandhöhe: ca. 350m

Kletterlänge: ca. 270m + 100m Kraxeln

Schwierigkeit: 7

Absicherung: ca. 5x kann an einem gebohrten Haken Stand gemacht werden (teils Zwischenhaken oder Stand aus kreuzenden Routen), ca. 7 gebohrte Zwischenhaken, sonst Normalhaken unterschiedlicher Qualität

Material: ein Satz Totems inklusive 3er Cam

Erstbegeher: Petzl Nachrichten Petzl Topo Direkter Südostpfeiler - Petzl Deutschland

Abstieg: Entweder über den Irg-Klettersteig (steiler und bei Gegenverkehr vmtl. nicht optimal) oder über den leichten Klettersteig am W-Grat bis zum Tunnel und zurück ins Edelgrießkar.

​Unkompliziert und ohne weitere Ermahnung in Ermangelung an Bahnpersonal in der Nähe ging es zurück zu den Rucksäcken und runter zum Auto. Dort holte uns das „Problem der Zukunft“ wieder ein. Was machen wir jetzt morgen? Lieber was kurzes, in Anbetracht des nicht mehr ganz perfekten Tages. Spontan entschieden wir uns dann aber am Abend für das Dirndl mit der „Maixkante“. Zugegeben irgendwie eine nicht ganz kurze Tour. Aber mit einer Reduzierung auf letztlich 9SL und von Anfang an dem eingeschalteten Vollgasknopf, damit wir mittags am Gipfel sind und somit im Idealfall vor dem Regen, doch wieder kurz oder optimal für den Wetterbericht? Zusammnfassen ist allerdings zugegebenermaßen nicht ganz optimal, doch wenn man von klein auf Seilreibung beim Klettern gewohnt ist (als Kind hat man ja doch eher wenig Masse, die das Seil hochzieht), kein großer Stressfaktor. Da war der minimale Regen im Kamin, der aber nicht einmal den Fels nass gemacht hat, schon etwas unentspannter. Der Abstieg über den W-Grat erschien uns schneller und angenehmer, als dann steil über den Gletscher mit unseren Zustiegsschlappen zu rutschen. Mehr und bessere Infos gibt es beim Bericht der Eltern von vor drei Jahren. Der hat auch geholfen beim Finden des Einstiegshakens. (Hohes Dirndl, Dachstein, 2829m, S-Kante „Maix“ 6; 22 SL - geiselstein.com)
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