Aufgrund der Kürze der Wand lohnt sich das Ganze aber nur, wenn man mehrere Routen klettert oder die Biberacher Hütte nutzen kann und noch ein paar andere Ziele dort oben ansteuert. Zustieg: Von Landsteg nördlich von Schröcken 15hm steil hinunter zur Bregenzer Ach und über die Brücke, 1085m. Jenseits dann steil, sehr steil und sausteil (teils 22%) auf anfangs gutem, weiter oben etwas holperigem Fahrweg sehr anstrengend zum Schadonapass, 1833m unweit der Biberacher Hütte. Mit Kletterzeug im Rucksack mehr geschoben als gefahren, aber runter war das MTB Gold wert (von der Brücke 5,1km/750hm, vom P ober-oder unterhalb des Abzweigs ca. 0,3km dazu). Vom Pass dem bezeichneten Wanderweg über schönes Almgelände Richtung Glattjöchl & Hochkünzelspitze folgen. Zur „Alten Südwand“ über steile, grasige Mulde zwischen dem Giglturm links und einem Vorbau rechts ca. 50hm in einen Sattel. Bei einem Felsenfenster in den Türmen des Vorbaus schöner Umziehplatz. Ca. 2030m. Den hier ansetzenden Grasrücken zum Beginn der Tour bei einer Schrofenrinne unterhalb eines markanten, schwarzen Lochs 30m oberhalb. Ca. 2050m. Zum „Emilio Zuccero Gedankweg“ vom Sattel ostseitig über steiles Gras und Schrofen einige Meter hinunter, bis eine kurze Rampe rechts in die Wand zum 1. BH führt. Ca. 2020m. Zur „Giglhupfkante“ auf der Westseite weiter auf dem Wanderweg bleiben, bis dieser direkt auf die Wand trifft. Einstieg rechts von Wegmarkierung bei markantem, steilem Plattenpfeiler mit vielen BH. Ca. 2050m. Jeweils 20-30 Minuten vom Pass. Wandhöhe: Leider nur 60-90hm zum Gipfelkreuz. Kletterlänge: 75m „Alte Südwand“, 95m „Giglhupfkante“, 125m „Emilio Zuccero …“ Schwierigkeit: „Alte Südwand“ & „Giglhupfkante“ jeweils in einer SL recht anhaltend 4+ (im Vergleich mit anderen Routen eher 5; Rätikonbewertung?). „Emilio Zuccero …“: Stelle 5+, im Kamin angeblich 6- (eher 5-?). Absicherung: Alle Routen sind gut bis sehr gut mit Klebehaken abgesichert, die Stände mit 2 BH, Kette und Abseilring. Leider gibts einige gebohrte SU mit mittlerweile teils sehr schlechtem Schlingenmaterial. Wenn jemand was Gutes tun will: Messer und ein paar neue Seilstücke mitnehmen. Material: 60m Seil, 8 Expressen. Klemmzeug hatten wir nicht dabei, wäre aber gut einsetzbar (v.a. weil leider keine BH an den Einstiegen gesetzt wurden). Ansonsten übliche Alpinkletterausrüstung, gute Zustiegsschuhe und leichte Stöcke. Helm! Erstbegeher: E. Ihle & C. Mieger, 2001 („Giglhupf“ und „Zuccero …“); „Alte Südwand“ unbekannt. Route: gute Topos im Panico Kletterführer “Vorarlberg“ Ergänzungen: „Giglhupfkante“: Die 1. SL fanden wir recht hart bewertet, eher 5. Nach der SU rechts zum Stand, nicht gerade rauf (Stand der „Pfitzikante“; die beiden Routen sind näher zusammen, als das Topo andeutet). Die 3. SL kann vor dem Ring bei Expressanker über kurze, sehr schwere Platte (2 Stichtbohrhaken) oder etwas brüchiges Wandl links davon und Grat bis zum Abseilstand verlängert werden (unlohnend). „Alte Südwand“: 1. SL: Wirklich nur 2, gut seilfrei gehbar. 2. SL: Wie nebenan am „Giglhupf“ eher 5 als 4+. 3. SL: Wenn man über die Route abseilen und nicht 10m zurückklettern will, am besten am letzten ZH Stand machen. „Emilio Zuccero …“: 1. SL: Das erste Wandl vom Zapfen ist eher 6-. 2. SL: Wo der Kamin 6- sein soll ist uns schleierhaft, eher 5-. 4. SL: Wenn man über die Route abseilen will, links zum letzten ZH der „Alten Südwand“ queren. Abstieg: Vom Gipfel zu Abseilstand in der Scharte zwischen Kreuz und W-Gipfel. An Fixseil durch Kamin nach N abklettern (2-3, 25m) oder 20m abseilen. Dem Grat (teils ausgesetzt) ein Stück nach N folgen, bis man sicher und ohne Steinschlag auszulösen zum Wanderweg absteigen kann. Auf diesem zurück zu den Einstiegen (s.o.) oder entlang des Zustiegswegs ins Tal. Wenn weder andere Kletterer noch Wanderer unterwegs sind, kann man vom letzten ZH der „Alten Südwand“ gut abseilen (20, 30, 30m), ansonsten unbedingt den Abstieg nach N wählen!
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August 2026
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