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Nachdem der Zustieg zur Schafgufel bzw. weiter bis ins Parseier Gries mit der Freispitze und dem Heelzapfen ja doch überall als weit bis sehr zeitintensiv beschrieben wurde, fiel die Entscheidung, bereits am Vortag zu starten. So viel vorweg: Wir waren beide positiv überrascht, wie kurzweilig der Zustieg war. Gut zugegebermaßen, wir hatten im Zustieg ordentlich beschissen. Ich bin das erste Mal schwach geworden, bei dem gerade nicht benötigten E-bike, welches daheim rumsteht. Dennoch fühlte es sich falsch an, sich mit dem Moped hochfahren zu lassen. Aber dafür ging es zu Lasten des Radlkomforts, denn das E-Bike war zu klein und auch Sabrina erhielt ein für sie zu kleines, aber dafür leichteres normales Radl. Der Gedanke war, wenn das Radl, welches hinterhergezogen wurde leichter ist, dann müsste der Akku ja weniger leisten und hebt länger? Die Physik dahinter überprüften wir nicht, aber der Akku reichte locker. Zurück zum Zustieg: Wir machten uns allerdings den Weg ab dem Radldepot an der Materialseilbahn der Memminger Hütte mühsamer als nötig... Denn wer die Zustiegsbeschreibung nicht ordentlich liest, der rennt den unteren alten Steig immer im Bachbett entlang und macht zahlreiche Bachquerungen mit und ohne Schuhe ausziehen. Es war allerdings dadurch kein langweiliges Wandern mit schweren Rucksäcken, sondern sehr abwechslungsreich. Außerdem: Es gab Himbeeren bei unserer Variante! Irgendwann landeten aber auch wir auf dem offiziellen Wanderweg und erreichten trotz allem, noch bei Helligkeit die Schafgufel. Kurz noch heimelig einrichten, also Biertische auf den Boden legen, um eine ebene, jedoch harte Unterlage zu haben, schließlich war das Loch in meiner Isomatte bis heute noch nicht ausgeheilt (obwohl das Flickzeug schon auf der kaputten Matte lag) und somit hatte ich nur meine Eierkarton-Isomatte dabei. Mein Plan für die nächsten Tage war in meinem Kopf schon perfekt gemacht. Aber dafür habe ich zu Recht Anschiss bekommen, denn der Plan war ohne Sabrina gemacht und dadurch habe ich sie unbeabsichtigt etwas arg übergangen. Sry dafür! Doch mit dem Plan A, dem „Sonnengesang“ freundete ich mich erst in der Nacht an. Und umgekehrt freundete sie sich ebenfalls in der Nacht auch mit meinem Plan an. Man könnte meinen wir hatten zu viel Zeit zum Nachdenken in der Nacht und zugegeben, der Schlaf war bei beiden nicht perfekt. Hatten wir uns auf unseren beiden Biertischen auch einen Biwaksack geteilt und dass ist vmtl. vergleichbar wie das Schlafen zu zweit mit nur einer Bettdecke. Darüber hinaus ist immer irgendjemand fast von seinem Tisch gerollt bzw. kämpfte sich seinen zustehenden Platz wieder zurück. Am Wandfuß fiel dann die Entscheidung für die alpine „Sonnengesang“. Jedoch nur so lange, bis wir am Einstieg standen und es nicht nur in der zweiten SL sehr steil und unabsicherbar aussah, sondern auch die erste einem Wasserfall glich. So ganz ohne solide Absicherung und der Ungewissheit eines möglichen Abkletterns durch die Nässe, bevorzugten wir den soliden Klebehaken der „Spätlese“. Doch nach zwei Längen in dieser Tour entschieden wir uns erneut um. Es sollte jetzt die „Tatanga Mani“ werden. Selber Ernsthaftigkeitsgrad wie unser Plan A, aber immerhin mit soliden Klebehaken am Stand. Es handelt sich um schöne und empfehlenswerte Platten- und Risskletterei. Sie soll auch der „Linken S-Wand“ in nichts nachstehen. Dafür fehlen mir die Vergleichswerte. Jedoch war es wirklich von den ersten Metern an wunderbare Kletterei, die mich überzeugte. Es musste aber schon gut vom Haken oder Stand weggeklettert werden. Die Absicherung ging trotz den Platten jedoch besser als erwartet. Die Formulierung im Kletterführer kann dennoch als zutreffend angenommen werden: „Nachsteiger nervenstarker Vorsteiger können mehrmals in direkter Linie noch genüsslicher klettern“. Wandhöhe: ca. 300m Kletterlänge: ca. 350m Schwierigkeit: 6+ Absicherung: Alle Standplätze (bis auf den letzten?) wurden 2005 mit Klebehaken saniert. Es steckt aber nur wenig fixes Material. Material: ein Satz Totems, 3er Cam Erstbegeher: Jürgen Brandauer und Georg Frey 1984 Route: Das Panico-Topo passte insbesondere bei den Linien der Seillängen und den Orten für den Stand nicht gut überein. Ein Schlechtwettertag ermöglichte ein selbst gezeichnetes Topo. Die Seillängenangaben sind allerdings geschätzt. Jedoch stimmt auf jeden Fall, dass keine von den im Topo befindlichen SU-Schlingen noch exisitierten. Vielleicht hilft jedoch die Mischung aus meinem Topo und dem aus dem Kletterführer. Auf jeden Fall ermöglichte das Wetter, dass das selbstgezeichnete Topo ästhetisch verziert werden konnte. Dein Browser unterstützt die Anzeige dieses Dokuments nicht. Klicke hier, um das Dokument herunterzuladen. Abstieg: Auf dem Mergelband nach Westen (kleine Steinmanndl) und zu großem Steinmanndl etwas absteigen. Dort befindet sich ein etwas fraglicher Abseilstand (Art SU, die aber nicht voll verwachsen wirkt und mit Kette gefädelt, sowie einem Seil, was den Verschluss der Kette sichern soll?). Fraglich ob es von oben kommend weiter links nicht einen soliden Klebehaken gibt, da danach welche in der Wand vorkommen. Mit zwei Halbseilen an der SU (alte Schlingen und neuere grüne Schlinge) vorbei zu Klebehaken. Halbseil reicht gerade so nicht. Von dort an dem Bohrhaken-Hängestand vorbei zu erneutem Klebehaken. Ein letztes Mal abseilen, bis runter zum Wandfuß. Leicht aufsteigen zum Mergelgrat und von der tiefsten Stelle über etwas bröselige Mergelrippen runter ins Parseier Gries. Zu Beginn kann einmal abgeseilt werden. Mit einem Halbseil erreicht man fast das von oben sichtbare Fixseil.
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August 2026
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