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Die Erinnerungen meines 13-Jährigen Ichs sind komplett nicht mehr existent. Also war es durchaus vertretbar, diese Tour ein zweites Mal zu klettern. Nach dem kontinuierlichem Regen am gestrigen Tag, bei dem wir zum absoluten Nichts-Tun verdammt waren (abgesehen von mit nassen Schafen kuscheln und das eigene Fahrgestell wieder irgendwie einrenken, durch den harten Schlafuntergrund), pokerten wir jedoch hoch, dass die Wand einigermaßen trocken sein wird. Bzw. genau in unserem Routenverlauf trocken sein wird. An unserem Materialdepot angekommen stellte sich erfreulicherweise heraus „Des geht scho!“. Und nachdem wir heute zu dritt unterwegs waren, ging es ans auskarteln, wer anfangen darf. Ich gewann und freute mich nicht nur auf die SSL gleich zu Beginn, sondern auch auf die unerwartet vielen Sticht-Hakl, die aber alle endeten, als es gerade anfing ungemütlich nass zu werden. An sich jedoch perfekt, dass genau im Riss Eigeninitiative gefragt ist, nur nachdem die letzten Meter raus zum Stand jedoch zugegeben unangenehm nass waren, wurschelte ich in Anbetracht der fehlenden nervenschonenden Hakl doch etwas länger dort oben herum. Meine beiden Nachsteiger verstanden sich jedoch hervorragend und waren dementsprechend geduldig mit mir. Vom ersten Stand geradeaus weiter sah die „Blinde Welt“ extrem verlockend aus. Doch die musste noch warten. Also rechts rausqueren und diesmal ins noch nässere hinein. Diesmal lief das Wasser angenehm den Arm herunter. Die Wasserrillen kommen halt wirklich nicht von ungefähr. Das war aber wirklich die letzte nasse Stelle und so übergab ich nach drei SL schweren Herzens meine Vorstiegsposition ab. Es wäre nicht ganz fair gewesen, den anderen nicht auch das Vergnügen des Vorstiegs zu geben. Der Weiterweg sah allerdings wirklich verlockend schön aus. So schön, dass ich gleich über den Stand hinaus gerannt bin. Aber brav wieder zurückkehrte. Und trocken war es jetzt auch. Nach einigen wenigen weiteren Längen landeten wir endlich in den tiefen Wasserrillen. Mein absoluter Traum. Nur Andi und Sabrina konnte ich von dieser Art der Kletterei noch nicht zu hundert Prozent überzeugen. Aber vielleicht kommt das ja noch. Ohne weitere spannende Ereignisse landeten wir am Ausstieg und es musste der Gipfel noch drin sein. Das Gipfelbuch ist noch alt genug gewesen, um den Familieneintrag vom 01.10.2011 zu finden, wo wir alle gemeinsam bereits in der „Schreck/Heel“ unterwegs waren. Verrückt, da muss ich damals ganz schon hochgezogen worden sein. Solide Klettern war damals garantiert nicht drin … Wandhöhe: ca. 350m Kletterlänge: ca. 400m Schwierigkeit: 6+/7- Absicherung: 2005 wurden die Standplätze und wenige Zwischenhaken saniert. Material: ein Satz Totems und 3er Cam bei Nässe sehr angenehm und sonst auch Erstbegeher: Peter Heel und Manfred Schreck 1969 Route: siehe Panico-Topo Abstieg: Auf dem Mergelband nach Westen (kleine Steinmanndl) und zu großem Steinmanndl etwas absteigen. Dort befindet sich ein etwas fraglicher Abseilstand (Art SU, die aber nicht voll verwachsen wirkt und mit Kette gefädelt, sowie einem Seil, was den Verschluss der Kette sichern soll?). Fraglich ob es von oben kommend weiter links nicht einen soliden Klebehaken gibt, da danach welche in der Wand vorkommen. Mit zwei Halbseilen an der SU (alte Schlingen und neuere grüne Schlinge) vorbei zu Klebehaken. Halbseil reicht gerade so nicht. Von dort an dem Bohrhaken-Hängestand vorbei zu erneutem Klebehaken. Ein letztes Mal abseilen, bis runter zum Wandfuß. Leicht aufsteigen zum Mergelgrat und von der tiefsten Stelle über etwas bröselige Mergelrippen runter ins Parseier Gries. Zu Beginn kann einmal abgeseilt werden. Mit einem Halbseil erreicht man fast das von oben sichtbare Fixseil.
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August 2026
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