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Finger, Ammergauer, 1580m, SO-Kante, 5+ (2 SL), W-Wand, 4+ (1-2 SL) & Fingersteig, D

18/7/2026

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Bild
Finger SO-Kante (Foto K. Metterlein)
Charakter: Landschaftlich unvermutet schöner, leider aber kurzer Triathlon: angenehme Auffahrt mit dem MTB, dann folgt auf ein kurzes Stück Klettersteig eine ebenso kurze Kletterei auf einen der schwierigsten Ammergauer Gipfel, bevor man zum Abschluss entweder den Fingersteig bis zu seinem Ende auf dem Täfelekopf, 1645m, fortsetzt oder, falls das Wetterfenster zu kurz ist, per Notabstieg ausbüxt. Ideal bei unsicherem Wetter oder wenig Zeit. Sehr schöne Sicht auf die ganze Ostallgäuer Seenpracht. Die SO-Kante bietet auf eine SL schöne, steile Kletterei in gutem Fels, der Rest ist schrofig;
Bild
Der Finger zeigt sich von der Auffahrt zur Rohrkopfhütte
Bild
Forggen- und Bannwaldsee vom Rucksackdepot
​… die W-Wand (der sogenannte „Normalweg“) kann man sich sparen. Nur wenige gute Kletterpassagen, der Großteil ist teils brüchig und schrofig. Achtung, bei beiden Routen unbedingt Steinschlag vermeiden, da unterhalb der Klettersteig quert. Bei Gewittergefahr auf keinen Fall einsteigen, denn einerseits ist der Finger recht exponiert und andererseits sind Zu- und Abstieg sehr eisenhaltig.
Zustieg: Los geht’s am oberen Parkplatz der Drehhütte, ca. 880m. Mit dem MTB zum P. 945, geradeaus weiter, teils gute Kiesstraße, teils Teer. 
Die Drehhütte, ca. 1230m, bleibt links liegen und bald steht man in einem Sattel etwas unterhalb der Rohrkopfhütte, 1338m. Nun noch 5 kurze Kehren weiter und Radldepot auf 1417m (4,7km, 530hm). Weiter über den Wanderweg Richtung Tegelberg, bis man auf Höhe des sichtbaren Fingers nach der Querung der Piste knapp unterhalb des Grüble auf 1563m auf einen gelben Wegweiser trifft. Über den Zaun, ggf. Rucksackdepot, und fallend zum nahen Einstieg des Fingersteigs, 1513m. Über diesen (C und D) in wenigen Minuten erst gerade rauf, dann fallend unter der Westwand durch in eine Scharte südlich des Fingers (1542m). ​
Bild
Ein nettes, kleines Ziel: der Finger über dem Ostallgäu
​Kann alternativ vom Zustiegsweg über die Steigspuren des „Notabstiegs“ eisenfrei erreicht werden. Bank am Beginn der SO-Kante.
Kletterlänge: jeweils ca. 45-50m auf je 2 SL (natürlich auch gut in einer SL machbar), Wandhöhe etwa 35 hm zum Gipfelkreuz.
Schwierigkeit: In der schöneren SO-Kante in einer kurzen SL anhaltend 5, Stelle 5+, dann  Gras und Schrofen. Die unlohnende Westwand bietet anfangs ein paar nette Klettermeter, bald aber folgt eher brüchiger Fels, steile Schrofen und Latschen. Wir haben’s uns halt der Vollständigkeit halber angeschaut, auch weil das Wetter doch etwas länger hielt, als vorhergesagt.
Material: Übliche Kletterausrüstung, 60m Halbseil (doppelt genommen); für die gut abgesicherte SO-Kante reichen 7 Expressen. In der W-Wand steckt deutlich weniger, so dass auch ein paar alpine Expressen nötig sind und ein paar mittlere Cams. Kletterschuhe sind nicht unbedingt nötig, aber angenehm, Helm! Der Klettersteig ist teilweise steil, ggf. Klettersteigset sinnvoll.
Route: Foto und Beschreibung im Panico Kletterführer „Ammergauer Alpen“.
Ergänzungen: ​
​SO-Kante:
1. SL: Vom Bankerl den Haken (Klebhaken, Expressanker, NH) folgend steil zu Kettenstand mit Abseilkarabiner auf Absatz (20m, ca. 7 ZH, 5+)
2. SL: Erst gerade, dann bei BH links unter Überhang in Schrofenrinne, diese hinauf und rechts zum Kreuz mit Buch; BH (25m, ca. 2 ZH, 3)
W-Wand:
1. SL: Am Klettersteig die Querung zurück bis zu deren höchsten Punkt, 2 geklebte SH. Über plattigen Fels (4, 2 BH) zu kleinem Bauch und rechts zu Stand an zwei schlechten NH (20m, 2 BH, 4)
2. SL: Links über kleinen, etwas splittrigen Überhang (4+) und zunehmend brüchig und schrofig, am Schluss durch die Latschen zum Gipfel, BH (30m, 1 BH, 4+)
Abstieg: Vom Gipfelkreuz 5m absteigen. Am Gipfelblock unterhalb des Kreuzes Abseilstand mit Kette und Abseilkarabiner. Achtung: exakt 30m zum Bankerl am Einstieg, ggf. auf 2x abseilen. Entweder über den teils schrofigen und abschüssigen Notabstieg zurück zur Piste oder den ganz netten Fingersteig weitere 100hm erst plattig, dann steil und am Schluss gesucht quer (vorher weiterer Notausstieg) zum Täfelekopf, 1645m. Auf der anderen Seite auf einem Weg hinunter zur Piste (1630m), flach durchs Grüble zurück zum Abzweig des Zustiegswegs und in wenigen Minuten zum Radl. Gepflegtes Bergabrollen ohne Gegenanstieg.
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