Dreitorspitzgatterl, 2366m, Leutascher Dreitorspitze, 2689m & Frauenalplkopf, 2354m Wetterstein26/4/2026
Radl an Felswandl geparkt und weiter mit Schi. Nach einer längeren aperen Stelle war bald die flache und auch nicht mehr überall schneebedeckte Wiese vor der Wetterstein Alm (1464m) erreicht. Etwas steiler und schlagartig gut eingeschneit geht es etwa entlang des Sommerwegs Richtung Schachentor über einen steileren Hang in das flache Hochtal der „Nadel“. Über fast schon liebliches Almgelände läuft man direkt auf die beeindruckenden Wetterstein Nordwände zu. Erst dort, wo der Sommerweg geradeaus zum Schachentor zieht, biegt man links entweder in ein deutlich steileres Kar unter dem Hirschbichl ab … … oder, falls dieses lawinenübersäht ist, über den lichten Waldrücken rechts daneben, bis man das Kar unter der Hirschbichlschlucht erreicht. Nach einer letzten, flachen Stelle auf etwa 1750m zieht sich diese Schlucht (eigentlich eher eine Steilflanke) immer gacher und enger zusammen. Kurz unter der Stelle, wo bei weniger Schnee auf etwa 1900m Drahtseile über den plattigen oder vereisten Fels helfen, kommen die Schi im 40-50° steilen Gelände am besten an den Rucksack. Im steilen, harten Firn (Helm, Steigeisen und Pickel!) geht es heuer mühelos hinauf in das von wilden Wänden umrahmte Hochkar des Angerl-Lochs, das man bei einer Einsattelung auf einer Art Moräne auf ca. 2060m erreicht. Rechtshaltend eine Senke umgehend über Südhänge zum Frauenalpl und links über eine steile Rinne zur nahen Meilerhütte am Dreitorspitzgatterl, 2366m. Die oft abgewehte, nordwestseitige Rinne dort hinauf war heuer komplett und tief verschneit. Von dort lässt sich in wenigen Minuten die steil ins Angerl-Loch abbrechende Westliche Törlspitz besteigen. Dazu war heute aber keine Zeit. Da der Schnee im unten steilen Hüttenhang hinunter aufs Leutaschplatt noch prügelhart war, verzichtete ich auf diese 190hm Abfahrt und querte nur leicht fallend entlang des Barthwegs unter dem Bayerländerturm durch hinüber aufs Platt (spart etwa 100hm). Auf etwa 2270m fellte ich noch vor Sonnenaufgang an. Ein richtiger Traumtag brach an. Über die weiße Landschaft des Leutaschplatts geht es weiter, immer in einem Tälchen unterhalb der Dreitorspitzen entlang, bis sich auf etwa 2500m die markante Schneerinne auftut. Nach guter Abstrahlung über Nacht trug auch hier der Harschdeckel einwandfrei. Nur eine alte Spur von der Leutasch herauf war zu sehen, und das bei derart guten Bedingungen! Über die ca. 40° steile Schneerinne ist bald die Scharte südlich P. 2650 erreicht. Kaum steigt man über die Wächte, erweitert sich das Panorama enorm: zusätzlich zum Karwendel sieht man jetzt die Reintalumrahmung und das ganze Vorland. Die Schi durften heuer bis zum Gipfel mit, da der sonst schrofige Bereich komplett eingeschneit war. Ganz allein hatte ich den Gipfel für mich– samt Endlospanorama. Nur schade, dass das jedes Jahr bedenklich schräger stehende Gipfelkreuz den Kampf gegen die Schwerkraft verloren hat und leider umgefallen ist. Bei bestem Firn ging‘s durch die Rinne und das anschließende Platt soweit hinunter Richtung Leutasch, bis der Schnee schlechter wurde. Das war dann auf etwa 1950m der Fall (Bachbett oberhalb der Berglenklamm in der Nähe der Schäferhütte unterm Musterstein); anfellen und weiterhin in völliger Einsamkeit unter den beeindruckenden und staubtrockenen Südwänden des Mustersteins zurück ins Dreitorspitzgatterl. An der alten Meilerhütte angekommen warf ich einen kurzen Blick in unser Sektionsschmuckstück und begann nach einer kurzen Pause die immer wieder spannende und wilde Abfahrt. Im Angerlloch lachte mich noch die Firnrinne auf den Frauenalplkopf an. Aus der oberen Senke (ca. 2150) ging‘s steil hinauf in die Scharte zwischen Frauenalplspitze und –kopf und rechts zum schönen Gipfelkreuz. Bis zur Moräne und noch etwas weiter war der Schnee firnig bzw. hart und griffig. Der steilste Bereich war teils eisig, teils felsdurchsetzt, so dass auch bei der Abfahrt auf etwa 70hm die Leichtsteigeisen zum Einsatz kamen. In guten Wintern komplett fahrbar. Danach folgten gute Firnhänge bis zur Wetterstein Alm und etwas Schieberei zur Schachenstraße. Nach einer aperen Tragestelle war bald das Radl und somit auch Elmau erreicht.
0 Comments
Leave a Reply. |
Kategorien
Alle
Archiv
Juli 2026
|