... und bei der Routenfindung ist der gute alte AV-Führer "Wetterstein" deutlich hilfreicher, als das in Teilen einfach falsche Panico-Topo (s.u.). Zwei markante Abstiege von bis zu 10hm müssen dargestellt werden! Der eigentliche Pfeilerkamin bietet dann endlich die erhoffte traumhafte Kletterei in erlesenem Wettersteinkalk. Teilweise so rau, dass die Finger schon beim hinschauen schmerzen. Die Route endet allerdings mit einem Kulturschock: Nach einem letzten Rissüberhang steht man völlig unvermittelt am "Mauerläuferklettersteig", der leider die etwas weiter links hochziehende Route „Hochalm-Rock“ teilweise zerstört hat.
Zustieg: Von Garmisch/Kreuzeckbahn, 750m, zu Fuß, per MTB oder mit der Seilbahn zum Kreuzeck, 1650m. Weiter über den Fahrweg zur Hochalm, dann grob und steil hinauf zur Bergwachthütte und weiter in den Kessel unter der Alpspitze bis zum Abzweig der Schöngänge, ca. 1850m. Hier bleibt ggf. das Radl zurück. Auf dem bezeichneten Weg Richtung Schöngänge/Alpspitze, bis man nach einem ersten Drahtseil links auf den Vorbau quert. Der Einstieg ist links beim rechten von zwei Kaminen (ca. 1950m). Geklebter Ringhaken ein paar Meter aufwärts im Kamin. Wandhöhe: etwa 160hm zum Klettersteig, ca. weitere 40hm über Schutt, Schrofen und leichte Felsen zum Gipfel. Kletterlänge: ca. 230m zum Klettersteig auf 8 SL Schwierigkeit: In der ersten Hälfte 3-4, viel quer; ab der 5. SL anhaltend im (oberen) 5. Grad. Die Bewertung entspricht dem Alter der Tour und ist daher eher streng: ein mittlerweile klassischer, oberer Fünfer, der aufgrund relativ weniger Wiederholungen noch die gleiche Bewertung vorweist wie im alten AV-Führer aus den 1980ern. Wäre die Tour heute erstbegangen worden, hätte man vermutlich einen Grad draufgepackt (was ich in der Routenbeschreibung unten auch getan habe). Absicherung: Die Absicherung ist semialpin: gebohrte Stände und ca. 1-3 geklebte Zwischenhaken aus der ersten Phase der Routensanierung im Wetterstein, einige, meist betagte Schlaghaken. Auch ein paar sehr morsche, gebohrte SU gibt’s => besser abschneiden und austauschen. Je nach Nervenkostüm muss also mobil nachgebessert werden, was aber nicht immer problemlos geht. Längere Runouts sind also durchaus drin. Material: 50m Seil(e), 8-10 Expressen, davon ein paar alpine, außerdem sollte man sich ein Grundsortiment Klemmzeug an den Gurt hängen (z.B. ein Satz Linkcams). Ansonsten übliche Alpinkletterausrüstung; gute Zustiegsschuhe sind auf den abgeschmierten Klettersteigabstiegen auch kein Fehler. Panico Topo updaten (s.o. und unten.)! Erstbegeher: K. Müsch & V. Schlegel, 1971 Route: Das Topo im Panico Kletterführer “Wetterstein Nord“ passt von den Längenangaben oft gar nicht, außerdem wurden zwei längere Abstiege (!) weggeneralisiert. Deutlich besser ist hier der antiquarische AV-Führer „Wetterstein“ von Stefan Beulke. Ergänzungen & Korrekturen des Panico-Topos: 1. SL: 25m (nicht 35m); durch den Einstiegskamin (alte SU) und kurz nach dem BH links raus in die Schrofen zum Stand. 5- 2. SL: 25m (nicht 30m); gerade über teils leicht brüchige Wandstufen und Bänder auf eine Rampe. Eher 4 als 3.
8. SL: 25m (statt 35m); Spreizschritt über den Kamin zu Überhang (NH). Links über ihn (5+, BH sehr hoch!) und durch am Schluss überhängende Rissverschneidung (6-) auf Plattenrampe. Stand am Klettersteig. Eher 6- als 5+.
9. SL: Gibt’s nicht mehr. Entweder über den Klettersteig (sehr gesucht, kindische und sinnlose Seilbrücke) oder dem Weg des geringsten Widerstands folgend zum Grat (Gras, Schrofen, max. 2). Steigspuren führen am Grat entlang zum nahen Gipfel. Abstieg: Vom Gipfel über den Weg entlang des grasigen SW-Grats zum Sattel am Ausstieg der „Schöngänge“, Wegweiser. Über diese (B, eher ein versicherter Weg als ein Klettersteig) zurück zum Einstieg und Knieschnackler ins Tal, gemütliche Wanderung zum Kreuzeck und per Gondel weiter oder erst anspruchsvolles, ab der Hochalm gepflegtes Ausrollen per Radl.
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Berchti
28/7/2026 12:08:11
Hallo und vielen Dank für die immer hilfreichen Beschreibungen und die guten Anregungen.
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