Benediktenwand, Bayerische Voralpen, P. 1724, N-Wand „Gsuacht und gfundn“, 6+ (6- obl.), 9 SL27/6/2026
... teilweise aber längere Passagen mit üppigem Grasbewuchs, vor allem im mittleren Drittel der Route. Auch der Ausstieg vom Wandbuch bis zum Westrücken führt eine ordentliche Strecke durch Gras, Schrofen und Latschen. Aufgrund der nie lang anhaltenden Schwierigkeiten ideal für alpin angehauchte Ketterer, die vor längeren Graspassagen keine Angst haben und einen Blick für die Landschaft haben. Denn die sind nicht zu verachten: die Lage der Wand direkt über dem Alpenvorland mit herrlicher Sicht auf die Seen und hinaus bis München, ein fast schon allgäuhnlicher Blumenreichtum und die beeindruckende Wandhöhe. Dazu kommt noch der kniefreundliche Zustieg per Radl bis kurz unter die Wand und die fast direkt am Wandfuß gelegene Tutzinger Hütte. Trotzdem wird die Route erstaunlich wenig begangen und hätte deutlich mehr Besuch verdient! Zustieg: Start per MTB am Alpenwarmbad bei Benediktbeuern (Parkplatz bei geschickter Auswahl gratis, 660m) und Auffahrt gleich recht anhaltend bergauf (aber nur 10%) zum Sattel oberhalb der Kohlstatt (4,5km, 1050m), dann auf und ab zur Eibelsfleckalm (weitere 4,5km, 1034m) und die letzten 2km wieder zunehmend steiler zum Radldepot kurz hinter dem Materiallift der Tutzinger Hütte (1190m). Die Straße ist zurzeit sehr gut beinander. Vom Radlparkplatz problemlos auf breitem, gemütlich angelegtem Wanderweg in etwa 15 Minuten zur Tutzinger Hütte (1325m)
Material: 12 Express, 60m Seil(e) und die übliche Alpinkletterausrüstung. Klemmzeug hatten wir nicht dabei, könnte aber gelegentlich eingesetzt werden. Route: Die Tour ist im Panicoführer „Bayerische Voralpen“ Band 3 enthalten. Die Bewertung ist absolut in Ordnung, auch der Routenverlauf passt. Man muss aufgrund der guten (aber nicht plaisirmäßigen) Absicherung eigentlich nur den Bohrhaken nachlaufen, die man in dem graugesprenkelten Kalk nicht immer gleich sieht. Die Längenangaben liegen oft weit daneben, da auf diversen Grasbändern Zwischenseillängen (mit ordentlichen Zwischenständen) möglich sind, die im Topo nicht berücksichtigt wurden. So oder so ist in manchen Seillängen bei unüberlegtem Seileinhängen mit ordentlich Seilzug zu rechnen. Ergänzungen zum Topo: 1. SL: Nach etwa 25m kommt ein Zwischenstand (auch Ende der Baseclimbs links und rechts) mit Abseilösen und Kette. Ignorieren und den im Topo eingezeichneten Stand nach 35m ansteuern. 3. SL: Deutlich länger als im Topo (ca. 35m). 4. SL: Die dritte SL endet bei einem Baum auf einem Grasband. Dieses bis zum Ende und Zwischenstand an 2 BH am Beginn der Felsen, 10m. Die eigentliche 4. SL hat dann immer noch 45m. Am Ende unangenehmes Steilgras mit verstecktem BH an Felsblock unterhalb des Standbaums etwas rechts suchen. 5. SL: Grasband vom Stand etwa 10m horizontal nach rechts queren zu erneutem Zwischenstand an 2 BH mit Schlinge. Dann beginnt erst die eigentliche 5. SL. Stand nach Grasband erst am Beginn der Verschneidung der 6. SL. 6. SL: Stand in Scharte links von Türmchen. Gut 50m lang! 8. und 9. SL zusammen klettern, 40m. Vom Stand waagrecht rechts queren, BH hinter der Kante nicht sichtbar. Kein sinnvoller Zwischenstand (rechts der Kante, nur mit fallender Querung erreichbar). Am Stand ist ein Wandbuch, heute die 99. Begehung gemacht. Leider ist das Buch feucht, da der Deckel des Behälters kaputt ist. Wer demnächst die Tour klettert, könnte also was Gutes tun und einen neuen Behälter für ein A5 Wandbuch spenden. Abstieg: Vom Ausstieg bis zum Grat, den man etwas östlich des Westgipfels (1724m) erreicht, ist noch ein gutes Stück durch die Latschen zurückzulegen, bis man schließlich den Wanderweg erreicht. Der Hauptgipfel ist in etwa 20 Minuten zu erreichen. Einfacher und gemütlicher Abstieg über den Westweg zur Tutzinger Hütte und zu den Radeln, dank derer sich der weitere Abstieg recht kurzweilig gestaltet. Insgesamt guter, eher flach angelegter Steig, der ganz gut ohne Stecken hergeht.
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