Aufgrund der hier unten eher nach NO exponierten Wand, kann man noch dazu relativ lang in der Sonne klettern, was bei einer Einstiegshöhe von etwa 2050m auch an warmen Tagen eher angenehm ist. Die Tour endet am „Herzl“ auf einer großen Schuttterrasse, bei der man rechts zur „Ferrata“ ausqueren und absteigen kann. Schöner ist es aber, dem formvollendetsten Gipfel Bayerns aufs Haupt zu steigen, und dazu bietet sich die für sich allein wenig lohnende „Adamplatte“ geradezu an. Zustieg: Von Garmisch/Alpspitzbahn, 750m entweder kapital- oder konditionsintensiv zur Bergstation am Osterfelder, 2050m. Zur Auswahl stehen die Seilbahn, eine Fahrstraße (ab der Hochalm teils sehr steil und grob) fürs (Motor)-Radl oder einer der vielen Fußaufstiege. Von dort dann in etwa ¼ Stunde fast eben über den Nordwandsteig zum Einstieg. Dieser befindet sich gleich nach dem „Dachl“ direkt am Eingang des ersten Tunnels. Links davon beginnt der wesentlich leichtere „KG-Weg“, rechts ziehen die vielen Bohrhaken der „Alpspitz-Plaisir“ (der Name ist Programm) gut sichtbar über die Überhänge der 1. SL. Wandhöhe: etwa 170hm zum Schuttband, weitere etwa 260hm Schutt, Schrofen und leichte Kletterei zum eigentlichen Beginn der „Adamplatte“ und noch einmal ca. 130hm auf dieser zum N-Grat, den man wenige Meter unterhalb des Gipfelkreuzes erreicht. Alles zusammen also gut 550hm vom Einstieg zum Gipfel. Kletterlänge: „Alpspitz-Plaisir“ ca. 285m, „Adamplatte“ ca. 300m Schwierigkeit: Alpspitz-Plaisir“: in der 1 SL recht anhaltend 7-, in der 2. SL eine kurze Stelle 6+, in der 9. SL eine kurze Stelle 6, wobei die letzten beiden mehr als human bewertet sind. Der Rest ist zwischen 4 und 5. „Adamplatte“: Ab dem ersten gebohrten Stand recht anhaltend im 3. Grad, entlang der Originalroute in den Rissen vielleicht kurze Stellen 4-. Wenn man sich direkter über die kaum absicherbaren Platten hält, kann auch mal kurz 4 oder 4+ erreicht werden. Absicherung: „Alpspitz-Plaisir“: Expressanker in kurzen Abständen, an den Ständen zwei mit Kette verbundene inklusive fixiertem Abseilkarabiner. Diese suggerieren aber eine falsche Option, denn aufgrund des unterhalb verlaufenden hochfrequentierten Nordwandsteigs und der meist zahlreichen Kletterern um einen herum sollte man über die Route auf keinen Fall abseilen. Auf den flachen Bändern zwischen den Platten liegt mehr als genug Zeug zum Runterschmeißen herum. „Adamplatte“: In weiteren Abständen mit nicht immer leicht sichtbaren Eigenbau-BH, Expressankern und NH. An den Ständen jeweils 2. Material: 50-60m Seil(e), je nachdem, ob man kürzere Längen zusammenfassen möchte. 14 Expressen, davon ein paar alpine. Klemmzeug hatten wir nicht dabei, ist unten nicht nötig und oben nur selten einsetzbar. Für den Notfall ist es aber sicher nie verkehrt, sich ein Grundsortiment an den Gurt zu hängen. Ansonsten übliche Alpinkletterausrüstung, gute Zustiegsschuhe und leichte Stöcke, wenn man über den Ostgrat absteigen will. Erstbegeher: „Alpspitz-Plaisir“: G. Durner & S. Klotz, 2018 „Adamplatte“: A. Adam & L. Puckshofer, 1903 Route: gute Topos im Panico Kletterführer “Wetterstein Nord“
4. SL: Auch hier entweder den Haken folgen (3) oder in schöner, aber nicht absicherbarer Plattenkletterei direkt durch die Platten (4-/4). 7. SL: Vom Stand kurz auf die Schichtplatte unterhalb abklettern und auf dieser weiter (1-2). Oder vom Stand der bisherigen Schichtplatte treu bleiben (3) und am Ende (fixe SU) rechts über brüchige Schichtstufe (4) zum Stand queren. Nicht absicherbar, ein Sturz endet auf der Platte unterhalb! Abstieg: Bei wenig Gegenverkehr über die „Ferrata“ (B), ansonsten über den Ostgrat (Stellen 1, nur an den schwierigsten Stellen versichert, teils unangenehmer Schutt) ins Oberkar und zum Nordwandsteig. Über diesen (A/B) zurück zum Osterfelder und mit dem Fortbewegungsmittel der Wahl ins Tal.
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